Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zu

ſt

185

ſeinen Knieen lagen, bohrten ſich mit den Nägeln in den Stoff ſeines Beinkleides.

Coſette hielt ihm die Schultern, ſchluchzte und bemühte ſich, zu ihm zu ſprechen, ohne daß es ihr gelingen wollte.

Man hörte nur undeutlich und unter Thränen die Worte:Mein Vater! verlaſſe uns nicht. Iſt es denn möglich, daß wir Dich nur wiederfinden, um Dich zu verlieren?

Man könnte ſagen, daß der Todeskampf ſich windet. Er geht, kommt, ſchreitet dem Grabe entgegen und kehrt wieder zu dem Leben zurück. Es liegt Etwas wie ein Ver⸗ ſuch in der Handlung des Sterbens.

Nach dieſer halben Betäubung wurde Jean Valjean wieder kräftiger; er ſchüttelte die Stirn, als wollte er die Nebel von derſelben verbannen und wurde beinahe wieder kräftig. Er ergriff den Zipfel von dem Aermel Coſettens und küßte ihn.

Er erholt ſich! Doctor, er erholt ſich! rief Marius.

Ihr ſeid alle Beide gut, ſagte Jean Valjean.Ich will Euch ſagen, was mir Schmerz bereitet hat. Was mich betrübte, Herr von Pontmercy, war, daß Sie das Geld nicht anrühren wollten. Das Geld gehört mit Recht Ihrer Frau. Ich will es Euch erklären, meine Kinder, und ich bin ſogar deshalb zufrieden, Euch zu ſehen. Das ſchwarze Schmelzglas kommt aus Eugland, das weiße aus Norwegen. Das Alles ſteht auf dem Papier hier, das Ihr leſen werdet. Ich habe für die Armbänder eine Erfindung gemacht, wodurch ſie hübſcher, wohlfeiler und beſſer werden. Ihr begreift, wie viel Geld man dadurch gewinnen kann. Das Vermögen Coſettens iſt alſo rechtmäßig erworben. Ich ſage Euch das, damit Euer Gewiſſen ſich beruhigt.

Die Thürhüterin war heraufgekommen und blickte durch die halbgebffnete Thür. Der Arzt ſchickte ſie fort, aber er