Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Weil die Dinge uns nicht gefallen, ſagte Jean Val⸗ jean,iſt das kein Grund, um ungerecht gegen Gott zu ſein.

Es entſtand ein Schweigen. Alle fühlten ihre Bruſt edrückt.

Jean Valjean wendete ſich zu Coſette. Er betrachtete ſie, als wollte er für die Ewigkeit ſie in ſich aufnehmen. In der Tiefe des Schattens, zu der er ſchon hinabgeſtiegen war, wurde das Entzücken ihm noch möglich, indem er Co⸗ ſetten anſah. Der Widerſchein dieſes milden Geſichts be⸗ leuchtete ſeine blaſſen Züge. Auch das Grab kann noch ſeinen Glanz haben.

Der Arzt befühlte ſeinen Puls.

Ach, Sie ſind es, die er bedurfte! flüſterte er, indem er Coſette und Marius anſah.

Dann neigte er ſich zu Marius' Ohr und fügte ſehr leiſe hinzu:

Zu ſpät!

Beinahe ohne aufzuhören, Coſette anzuſehen, blickte Jean Valjean voll Heiterkeit auf Marius und den Arzt. Man hörte die kaum verſtändlichen Worte flüſtern:

Es iſt Nichts, zu ſterben; es iſt entſetzlich, nicht zu leben.

Plötzlich ſtand er auf. Dieſe wiederkehrende Kraft iſt

zuweilen ein Zeichen des Todeskampfes. Er ging mit feſtem

Schritt zu der Wand, ſchob Marius und den Arzt, die ihn unterſtützen wollten, bei Seite, nahm von der Mauer das kleine kupferne Crucifix, das an derſelben hing und ſetzte ſich dann wieder mit der ganzen Freiheit der Bewegung und ſagte mit lauter Stimme, indem er das Crucifix auf den Tiſch legte:

Das iſt der große Märtyrer.

Dann ſank ſeine Bruſt ein, wie wenn die Trunkenheit des Grabes ihn erfaßte, und ſeine beiden Hände, die auf

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