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den Sie ſich ein, man ſtürbe ſo? Sie haben Kummer ge⸗ habt, aber Sie werden keinen mehr haben. Ich bitte Sie um Verzeihung und auf meinen Knieen! Sie werden leben
und leben mit uns, noch lange leben. Wir nehmen Sie
zurück. Wir ſind hier Zwei, die künftig nur den einen Ge⸗ danken haben werden: Ihr Glück.“
„Du ſiehſt wohl,“ ſagte Coſette, in Thränen aufgelöſt, „daß Marius ſagt: Sie dürfen nicht ſterben.“
Jean Valjean fuhr fort, zu lächeln.
„Wenn Sie mich zu ſich nähmen, Herr von Pontmercy, würde das nicht machen, daß ich der nicht wäre, der ich bin. Nein, Gett hat ſo gedacht wie Sie und ich, und er ändert ſeine Anſicht nicht; es iſt nützlich, daß ich gehe. Der Tod iſt ein gutes Auskunftsmittel. Gott weiß beſſer, wie wir, was uns frommt. Seien Sie glücklich, Herr von Pontmerch hat Coſette, die Tugend heirathet den Morgen, ſeid Ihr, meine Kinder, von Lilien und Nachtigallen um⸗ geben, Euer Leben ſei ein ſchöner Raſen, von Sonne be⸗ ſchienen, aller Zauber des Himmels möge Eure Seele er⸗ füllen, und ich, der ich zu Nichts nütze bin, ich ſterbe; ganz gewiß iſt das Alles gut. Seien Sie vernünftig; es iſt jetzt Nichts mehr möglich, und ich fühle vollkommen, daß es zu Ende iſt. Vor einer Stunde hatte ich eine Ohnmacht. Und dann dieſe Nacht habe ich den ganzen Waſſerkrug dort aus⸗ getrunken. Wie gut Dein Mann iſt, Coſette! Du haſt es bei ihm viel beſſer wie bei mir.“
Ein Geräuſch entſtand an der Thür. Es war der Arzt, der eintrat.
„Guten Tag und lebe wohl, Doctor,“ ſagte Jean Val⸗ jean.„Hier ſind meine armen Kinder.“
Marius näherte ſich dem Arzt. Er richtete an ihn nur die Worte:„Mein Herr?“— aber in der Art und Weiſe, wie er ſie ausſprach, lag eine vollſtändige Sprache.
Der Arzt antwortete durch einen ausdrucksvollen Blick.


