Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Sie bereit, fuhr ſie fort. Wenn Sie wüßten, wie hübſch der Garten jetzt iſt! Die Azaleen kommen ſehr ſchön. Die Alleen ſind mit Flußſand beſtreut. Sie werden meine Erd⸗ beeren eſſen. Zch begieße ſie ſelbſt. Und dann nichts mehr von gnädiger Frau, nichts mehr von Herr Jean, wir ſind in der Republik, wo alle Welt Du zu einander ſagt, nicht wahr, Marius? Das Programm iſt geändert. Wenn Du wüßteſt, Vater, ich habe einen Kummer gehabt; ein Roth⸗ kehlchen hatte ſein Neſt in ein Mauerloch gebaut; eine abſcheuliche Katze hat es gefreſſen. Mein armes, hüb⸗ ſches, kleines Rothkehlchen, das den Kopf in mein Fenſter ſteckte und mich anſah! Ich habe darlber geweint, ich hätte die Katze todt ſchlagen mögen! Aber jetzt weint Niemand mehr. Alle Welt lacht. Alle Welt iſt glücklich. Du kommſt mit uns. Wie zufrieden wird der Großvater ſein! Du ſollſt Dein Beet in dem Garten haben. Du beſtellſt es und wir wollen ſehen, ob Deine Erdbeeren ſo ſchön ſind, wie meine. Und dann werde ich Alles thun, was Du willſt, und dann wirſt Du mir gehorchen.

Jean Valjean hörte ſie an, ohne ſie zu verſtehen. Er vernahm mehr den Wohllaut ihrer Stimme, als den Sinn ihrer Worte. Eine jener großen Thränen, welche die fin⸗ ſteren Perlen der Seele ſind, ſammelte ſich in ſei⸗ nem Auge. Er murmelte:

Gott iſt gut, der Beweis dafür iſt, daß ich ſie ſehe.

Mein Vater, ſagte Coſette.

Jean Valjean fuhr fort:

Es iſt wohl wahr, daß es reizend ſein müßte, beiſam⸗ men zu leben. Ihre Bäume ſind mit Vögeln angefüllt. Ich würde mit Coſette luſtwandeln. Zu den Menſchen gehören, welche leben, welche ſich guten Tag ſagen, welche ſich in dem Garten rufen, das iſt ſüß. Man ſieht ſich vom Morgen an. Wir würden Zeder ein kleines Fleckchen bebauen. Sie