Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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wohl, daß Sie ſehr verändert ausſehen? Ach, der häßliche Vater! Er iſt krank geworden, und wir haben es nicht ge⸗ wußt! Sieh nur, Marius, fühle ſeine Hand an, wie kalt ſie iſt.

So ſind Sie alſo da, Herr Pontmerch! Sie verzeihen mir, wiederholte Jean Valjean.

Bei dieſen Worten, die Jean Valjean zum Zweitenmal ſagte, fand Alles das, was ſich in dem Herzen angehäuft hatte, einen Ausweg, und er rief:

Coſette, hörſt Du? So ſteht es mit ihm! Er bit⸗ tet mich um Verzeihung, und weißt Du, was er mir gethan hat, Coſette? Er hat mir das Leben gerettet. Er that mehr. Er hat Dich mir gegeben. Und nachdem er mich gerettet und Dich mir gegeben hatte, Coſette, was hat er da mit ſich ſelbſt gemacht? Er hat ſich geopfert. So iſt dieſer Mann. Und mir, dem Undankbaren, mir, dem Ver⸗ geßlichen, mir, dem Unbarmherzigen, mir, dem Strafbaren, ſagt er: Ich danke! Coſette, brächte ich mein ganzes Leben zu den Füßen dieſes Menſchen hin, ſo wäre das noch zu wenig. Dieſe Barrikade, dieſer Abzugskanal, dieſe Kloake, das Alles hat er durchgemacht für mich, Coſette! Er hat mich durch alle dieſe Tode getragen, die er von mir abwen⸗ dete und die er für ſich annahm. Allen Muth, alle Tugen⸗ den, allen Heldenmuth, alle Heiligkeit beſitzt er. Coſette, dieſer Mann iſt der Engel ſelbſt!

Still, ſtill! ſagte Jean Valjean leiſe.Weshalb ſagen Sie das Alles?

Aber Sie! rief Marius mit einem Zorn, bei welchem die Verehrung durchklang,weshalb haben Sie das nicht geſagt? Es iſt auch Ihre Schuld. Sie retten den Leuten das Leben und verbergen es ihnen! Sie thun noch mehr: Unter dem Vorwande, ſich zu enthüllen, verläumden Sie ſich. Das iſt abſcheulich.

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