Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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er

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könnte den Daumen hineinlegen. Und da ſcheint es auch, als hätte man mit Scheeren in das Fleiſch geſchnitten. Ach, das iſt gräßlich! Ich habe geweint, ſo daß ich keine Angen mehr habe. Es iſt komiſch, daß man das Alles ſo ertragen kann. Ihr Großvater ſieht aus, als wäre er ſehr gut! Stützen Sie ſich nicht auf den Ellenbogen, nehmen Sie ſich in Acht, Sie werden ſich weh thun. Ach, wie glücklich ich bin! Es iſt alſo zu Ende mit dem Unglück? Ich bin ganz albern. Ich wollte Ihnen Dinge ſagen, von denen ich gar nichts mehr weiß. Lieben Sie mich noch immer? Ich wohne Rue de'Homme⸗Armé. Es iſt dort kein Garten. Ich habe die ganze Zeit Charpie gezupft. Sehen Sie, mein Herr, hier, das iſt Ihre Schuld; die Haut am Finger iſt ganz gehärtet.

Engel! ſagte Marius.

Engel iſt das einzige Wort der Sprache, welches nicht abgenutzt werden kann. Ein anderes Wort würde dem un⸗ erbittlichen Gebrauch, welchen die Liebenden von ihm machen, widerſtehen.

Als jetzt Zeugen zugegen waren, unterbrachen ſie ſich und ſprachen kein Wort weiter, indem ſie ſich damit begnüg⸗ ten, ſich leiſe die Hände zu drücken.

Herr Gillenormand wendete ſich gegen Alle, welche im Zimmer waren und rief:

Sprecht doch laut, Ihr Andern! Macht Lärm. Nun zum Teufel, etwas Geräuſch, daß dieſe Kinder ruhig mit einander plaudern können.

Und ſich Marius und Coſette nähernd, ſagte er leiſe:

Nennt Euch Du. Legt Euch keinen Zwang auf.

Die Tante Gillenormand wohnte wie betäubt dieſem Ausbruche des Lichts in ihrem veralteten Zimmer bei. Dieſe Beläubung hatte nichts Angreifendes; es war nicht im Ge⸗ ringſten der zornige und neidiſche Blick einer Nachteule! Es war das einfältige Auge einer armen Unſchuld von 57