Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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die Dich nicht eine Minute verlaſſen hat, ob ein Franuen⸗ zimmer wohl bei Dir ſein konnte. Und was hätte der Arzt geſagt? Ein junges Mädchen heilt das Fieber nicht. Uebri⸗ gens iſt es gut. Sprechen wir nicht weiter davon. Das iſt abgemacht, geſchehen, beſchioſſen: nimm ſie. So iſt meine Grauſamkeit. Siehſt Du, ich ſah, daß Du mich nicht lieb⸗ teſt und dachte: was könnte ich denn thun, daß dieſer Menſch mich liebt? Ich ſagte: ei, ich habe meine kleine Coſette zur Hand; ich will ſie ihm geben und dann muß er mich wohl ein wenig lieben oder ſagen, weshalb er es nicht will. Ach, Du glaubteſt alſo, der Alte würde ſtürmen, die Stimme erheben, nein ſchreien und ſeinen Stock gegen dieſe ganze Morgenröthe richten? Keineswegs. Coſette, ſei es; liebe, es ſei; ich verlange nichts weiter. Mein Herr, geben Sie ſich die Mühe, zu heirathen. Sei glücklich, mein geliebtes Kind.

Als der Greis dies geſprochen hatte, brach er in Schluchzen aus.

Er ergriff Marius' Kopf, preßte ihn mit ſeinen beiden Armen gegen ſeine alte Bruſt und Beide weinten.

Das iſt eine von den Geſtalten des höchſten Glückes.

Mein Vater! rief Marius aus.

Ach, Du liebſt mich alſo doch! ſagte der Greis.

Es entſtand ein unausſprechlicher Augenblick. Sie er⸗ ſtickten Beide und konnten nicht ſprechen. Endlich ſtammelte der Greis:

So! jetzt habe ich ihn entwaffnet. Er hat zu mir ge⸗ ſagt: mein Vater!

Marius machte den Kopf aus den Armen des Groß⸗ vaters frei und ſagte:Aber mein Vater, jetzt, wo ich mich wohl befinde, ſcheint es mir, als könnte ich ſie ſehen.

Auch vorausgeſehen. Du ſollſt ſie morgen ſehen.

Mein Vater!

Was?

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