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„Weshalb nicht heute?“
„Nun gut, ja heute. Es mag für heute gehen. Du haſt zu mir geſagt mein Vater, und das iſt wohl ſo viel werth. Ich will mich damit befaſſen. Man wird ſie Dir zuführen. Vorausgeſehen, ſage ich Dir. Das iſt ſchon in Verſe gebracht worden. Das iſt die Entwickelung der Elegie des„jungen Kranken“ von André Chénier, der durch die Unge— durch die Rieſen von 1793 ermordet wurde.“
Herr Gillenormand glaubte ein leichtes Stirnrunzeln bei Marius zu bemerken, der in der That, wie wir ſagen müſſen, ihn nicht mehr hörte; da er ſich im Entzücken auf⸗ geſchwungen hatte und weit mehr an Coſette wie an 1793 dachte, der Großvater, der bei dem Gedanken zitterte, ſo zu ungelegener Zeit André Chénier erwähnt zu haben, fuhr haſtig fort:
„Ermordet iſt nicht das richtige Wort. Die Sache iſt, daß die großen revolutionären Geiſter, welche nicht boshaft waren, das iſt unbeſtreitbar, welche Helden waren, fanden daß André Chénier ihnen ein wenig im Wege ſtand und daß ſie ihn deshalb quillot— das heißt dieſe großen Männer baten am 7 Thermidor im Intereſſe des öffentlichen Wohles, André Theénier, er möchte—“
Herr Gillenormand, der an ſeiner eigenen Rede zu erſticen drohte, konnte nicht weiter. Er vermochte ſeinen Satz weder auszuſprechen noch zurückzunehmen, und während ſeine Tochter hinter Marius die Kiſſen ord⸗ nete, verließ der Greis, durch ſo viel Aufregungen verwirrt, ſo ſchnell als es ſein Alter erlaubte, das Schlafzimmer, warf die Thür hinter ſich zu, und vor Wuth erſtickend, ſchäumend, die Augen zum Kopfe heraustretend, ſtand er dem rechtſchaffenen Basque gerade gegenüber, der im Vor⸗ zimmer die Stiefeln wichſte. Er faßte Basque beim Kragen und ſpie ihm voll Wuth in das Geſicht.


