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19 chen. Sie kommt täglich in Geſtalt eines alten Herrn, um Nachrichten von Dir zu erhalten. Seitdem Du verwundet biſt, bringt ſie ihre Zeit damit hin, zu weinen und Charpie zu zupfen. Ich habe mich erkundigt, ſie wohnt Rue de Homme Armé Nr. 7. Ah, jetzt ſind wir bei der Sache. Du willſt ſie. Nun gut, Du ſollſt ſie haben. Das über⸗ raſcht Dich. Du hatteſt Deine kleine Verſchwörung ange⸗ zettelt; Du ſagteſt Dir: ich will das dieſem Großvater, dieſer Mumie der Regentſchaft und des Divectoriums, die⸗ ſem alten Stutzer gerade heraus ſagen: er hat auch ſeine Leichtfertigkeiten und ſeine Liebſchaften und ſeine Griſetten und ſeine Coſetten gehabt. Er muß ſich daran erinnern. O, Du faßt den Stier bei den Hörnern! Gut.— Zch bereite Dir ein Cotelette und Du antworteſt mir: Apropos, ich will mich verheirathen. Iſt das ein Uebergang! Du hatteſt auf einen Kampf gerechnet! Du wußteſt nicht, daß ich ein alter Mann bin. Was ſagſt Du dazu? Du ärgerſt Dich; Deinen Großvater noch einfältiger zu finden wie Du biſt, darauf warſt Du nicht gefaßt; Du büßeſt die Rede ein, die Du mir halten wollteſt, mein Herr Advocat, und das iſt verdrießlich. Nun gut, deſto ſchlimmer, wüthend. Ich thue, was Du willſt und das ſchneidet Dir Deine Rede ab, Dummkopf! Höre! Ich habe Erkundigungen ein⸗ gezogen; ſie iſt reizend, ſie iſt tugendhaft, der Offizier iſt nicht wahr; ſie hat Haufen Charpie gezupft, ſie iſt ein Edelſtein, ſie betet Dich an; wäreſt Du geſtorben, ſo würden wir unſerer Drei geweſen ſein. Ihr Sarg hätte den mei⸗ nigen begleitet. Sobald es beſſer mit Dir ging, hatte ich wohl den Gedanken, ſie ganz einfach an Dein Lager zu ſetzen. Allein nur in Romanen bringt man die jungen Mädchen geradeswegs an das Bett der jungen Verwun⸗ deten, die ſie intereſſiren. In Wirklichkeit geſchieht das nicht. Was hätte Deine Tante geſagt? Du wareſt drei Viertel der Zeit ganz entkleidet, mein Jnnge. Frage Nicolette, 2*


