Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Marius war der Herr des Hauſes; es lag Abdankung in ſeiner Freude; er war der Enkel ſeines Enkels.

In ſeiner lauten Freude war er das ehrwürdigſte der Kinder. Aus Furcht, den Geneſenden zu ermüden oder zu be⸗ läſtigen, ſtellte er ſich hinter ihm, um ihn zuzulächeln. Er war zufrieden, erfreut, entzückt, gerührt, vergnügt. Seine weißen Haare fügten dem heiteren Lichte, welches ſein Geſicht über⸗ ſtrahlte, eine milde Majeſtät hinzu. Wenn die Anmuth ſich mit den Runzeln miſcht, iſt ſie bewundernswürdig. Es liegt eine Morgenröthe in den freundeſtrahlenden Alten.

Marius hatte, während er ſich verbinden und pflegen ließ, nur eine fixe Idee: Coſette!

Seitdem das Fieber und das Delirium ihn verlaſſen hatte, ſprach er den Namen nicht mehr aus und man hätte glauben können, er dächte nicht mehr an ihn. Er ſchwieg, da ſeine ganze Seele mit dem Namen beſchäftigt war.

Er wußte nicht, was aus Coſette geworden war; die ganze Angelegenheit der Rue de la Chanvrerie ſchwebte wie eine Wolke in ſeiner Erinnerung; beinahe unbeſtimmte Schatten ſchwammen in ſeinem Geiſte; Eponine, Gavroche, Mabeuf, die Thénardiers, alle ſeine Freunde auf finſtere Weiſe ge⸗ miſcht im Pulverdampf und Barrikaden; das ſonderbare Erſcheinen des Herrn Fauchelevent in dieſem blutigen Aben⸗ teuer machte auf ihn den Eindruck eines Räthſels in einem Sturme; er begriff nichts von ſeinem eigenen Leben; er wußte nicht, wie, noch durch wen er gerettet worden war, und ebenſo ſeine Umgebung. Alles, was man ihm zu ſagen vermocht hatte, war, daß er Nachts in einem Fia⸗ ker nach der Rue des Filles du Calvaire gebracht wor⸗ den ſei. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Alles war für ihn im Nebel eines unbeſtimmten Gedankens. Allein in dieſem Nebel gab es einen unwandelbaren Punkt, einen Willen, einen Entſchluß: Coſette wieder zu finden. Für ihn war der Gedanke des Lebens von dem Gedanken an Co⸗