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Dann fielen ſeine Betrachtungen wieder auf ihn ſelbſt zurück und neben dem größer gewordenen Jean Valjean erblickte er ſich, Javert, herabgeſunken“
Ein Züchtling war ſein Wohlthäter!
Weshalb hatte er aber dieſem Menſchen erlaubt, ihn leben zu laſſen? Er hatte in jener Barrikade das Recht, getödtet zu werden. Er hätte von dieſem Rechte Gebrauch machen ſollen. Die anderen Inſurgenten gegen Jean Val⸗ jean zu ſeinem Beiſtande herbeizurufen und ſich erſchießen zu laſſen, das wäre beſſer geweſen.
Seine höchſte Qual war das Verſchwinden der Ge⸗ wißheit. Er fühlte ſich entwurzelt. Das Geſetzbuch war nur noch ein Stummel in ſeiner Hand. Er fühlte Ge wiſſensbiſſe einer unbekannten Art. Es entſtand in ihm eine gefühlvolle Offenbarung, welche durchaus verſchieden von der geſetzmäßigen Gewißheit, bisher ſeinem einzigen Maße, war. In der früheren Rechtſchaffenheit zu beharren, ge⸗ nügte nicht mehr. Eine ganze Reihe unerwarteter That⸗ ſachen erhoben ſich gegen ihn und beherrſchten ihn. Eine ganz neue Welt zeigte ſich ſeiner Seele. Die angenommene und vergoltene Wohlthat, die Ergebenheit, die Barmherzig⸗ keit, die Nachſicht, die Gewalt, durch das Mitleid der Strenge angethan, die Annahme der Perſonen, keine Verur⸗ theilung mehr, keine Verdammniß, die Möglichkeit einer Thräne in dem Auge des Geſetzes, eine Gerechtigkeit nach dem Willen Gottes in entgegengeſetzter Richtung zu der Gerechtigkeit nach dem Willen der Menſchen! Er erblickte in der entſetzlichen Finſterniß den Ausgang einer unbe kannten moraliſchen Sonne; er empfand darüber Abſcheu und war dadurch geblendet. Die Nachteule war zu den Blicken des Adlers gezwungen.
Er ſagte ſich, daß es alſo wahr ſei, daß es Ausnahmen gäbe, daß die Autorität verwirrt, daß die Regel durch eine
Ausnahme aufgehoben werden könnte, daß nicht Alles ſich E


