Teil eines Werkes 
5. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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inneren Aufſtandes; er zürnte ſich ſelbſt, das in ſich zu fühlen.

Der Gedanke über irgend einen Gegenſtand außerhalb des engen Kreiſes ſeiner Amtspflichten würde für ihn unter allen Umſtänden etwas Nutzloſes und Anſtrengendes ge⸗ weſen ſein; aber der Gedanke über den ſo eben verfloſſenen Tag war eine Marter. Er mußte indeſſen wohl nach ſolchen Erſchütterungen in ſein Gewiſſen blicken und ſich ſelbſt über ſich ſelbſt Rechenſchaft geben.

Er erbebte über das, was er ſo eben gethan hatte. Er, Javert, hatte gegen alle Verordnungen der Polizei, gegen die ganze ſociale und richterliche Organiſation, gegen das Strafgeſetzbuch, eine Freilaſſung entſchieden; er hatte ſeine eigenen Angelegenheiten untergeſchoben. War das nicht ganz unnennbar? So oft er ſich dieſer namenloſen Handlung, die er vollbracht hatte, gegenüberſtellte, erbebte er vom Kopf bis zu den Füßen. Wozu ſollte er ſich ent⸗ ſchließen? Es blieb ihm nur ein Hülfsmittel: Eiligſt nach der Rue de['Homme Armé zurückzukehren und Jean Val⸗ jean feſtzunehmen. Es war klar, das er das hätte thun ſollen. Er konnte es nicht.

Irgend Etwas verſperrte ihm den Weg nach dieſer Richtung.

Etwas? Was? Giebt es auf der Welt noch andere Dinge, als die Gerichtshöfe, die Verdicte, die Polizei und die Autorität? Javert war verwirrt.

Ein geheiligter Galeerenſträfling! Ein für die Juſtiz ungreifbarer Züchtling! und das durch Javert's That!

Daß Javert und Jean Valjean, der Mann der Strafe und der Mann der Erleidung der Strafe, daß dieſe beiden Männer, welche dem Geſetz unterworfen waren, ſich ſo Beide außerhalb des Geſetzes geſtellt hatten, war das nicht entſetzlich?

Wie? ſo Unerhörtes ſollte geſchehen und Niemand