175 ge⸗ Sein Leben einem Miſſethäter zu danken, dieſe Schuld „die anzunehmen und ſie zu erſtatten, gegen ſeinen Willen auf ver⸗ gleichem Fuß mit einem Ausgeſtoßenen der Gerechtigkeit nden zu ſein, um ihm einen Dienſt mit einem andern Dienſt rau⸗ zu bezahlen; ſich von ihm ſagen zu laſſen: Gehe!— Und ſchen, ihm dafür ſeinerſeits zu ſagen: Sei frei!— Perſönlichen hein; Beweggründen die Pflicht, dieſe allgemeine Verpflichtung, zu opfern und auch in dieſen perſönlichen Beweggründen tung, etwas Allgemeines, etwas Höheres vielleicht zu thun; die ſih Geſellſchaft zu verrathen, um ſeinem Gewiſſen treu zu achte bleiben; daß alle dieſe Eigenthümlichkeiten ſich verwirklichen und in ihm ſelbſt ſich anhäuften, das war es, was ihn wn niederſchmetterte. vohl Eines hatte ihn in Erſtaunen geſetzt: Daß Jean Valjean ihn begnadigte; und Eines hatte ihn erſtarren ge⸗ macht, daß er, Javert, Jean Valjean begnadigt hatte. nfoc Wohin war es mit ihm gekommen? Er ſuchte ſich einet und fand ſich nicht mehr. es Was ſollte er jetzt thun? Jean Valjean ausliefern, 3 u das war ſchlecht; Jean Valjean frei laſſen, das war auch ſich ſchlecht. In dem erſten Falle ſank der Mann der Autorität 5 tiefer, als der Mann des Bagno; in dem zweiten Fall vn ſtieg ein Flüchtling höher, als das Geſetz, und ſtellte den Bof Fuß auf dieſes. In beiden Fällen Entehrung für ihn, für Javert. Bei Allem, was er thun konnte, lag für ihn ein her Sturz. Das Schickſal zeigt in gewiſſen äußerſten Fällen eine ſteile Höhe über dem Unmöglichen, und jenſeits der⸗ e ſelben iſt das Leben nur im Abgrund. Javert ſtand auf dieſer ſteilen Höhe. n Eine ſeiner Qualen war, nachdenken zu müſſen. Die iden Gewalt aller dieſer ſich widerſprechenden Aufregungen ſelbſt dieſe zwang ihn dazu. Das Nachdenken war etwas für ihn oht Unmögliches und außerordentlich Schmerzhaftes.
In dem Gedanken liegt ſtets eine gewiſſe Summe


