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erweckt. Ueberraſcht durch den Lichtſtrahl, den er durch einen Spalt ſeiner Thür hereinfallen ſah, war er aus dem Bette aufgeſtanden und hatte ſich haſtig angekleidet.
Er ſtand auf der Schwelle, eine Hand an den Thür⸗ griff, den Kopf etwas vorgebeugt und zitternd, den Körper eingehüllt in einen weißen Schlafrock, gerade und ſtarr, wie in ein Leichentuch gewickelt und ganz verwundert; er ſah aus wie ein Phantom, das in ein Grab hinabblickt.
Er bemerkte das Bett und auf der Matratze deſſelben den jungen, blutigen Mann, bleich wie Wachs, die Augen geſchloſſen, den Mund geöffnet, die Lippen blaß, nackt bis zum Gürtel, bedeckt mit blutigen Wunden, regungslos, hell beleuchtet.
Den Großvater ergriff vom Kopf bis zu den Füßen ein heftiges Zittern, ſeine Augen, deren Weiß, des hohen Alters wegen, gelb war, verglaſten ſich, ſein ganzes Geſicht nahm einen Augenblick die erdfahle Farbe eines Todtenkopfes an, ſeine Arme ſanken herab, als wäre eine Feder in ihnen geſprungen, und ſein Schreck zeigte ſich vurch die Auseinanderſperrung der Finger ſeiner beiden alten, heftig zitternden Hände. Seine Kniee bildeten einen Winkel, ließen durch die Oeffnung des Schlafrocks ſeine abgemagerten, mit weißen Haaren bewachſenen Beine ſehen und er murmelte:
„Marius!“
„Herr,“ ſagte Basque,„man hat den jungen Herrn ſoeben zurückgebracht. Er iſt auf der Barrikade geweſen und—“
„Er iſt todt!“ ſchrie der Greis mit fürchterlicher Stimme. „Ha, der Spitzbube!“
Da richtete eine Art von Umwandlung den faſt hundert⸗ jährigen Greis hoch in die Höhe wie einen jungen Mann.
„Mein Herr,“ ſagte er,„Sie ſind der Arzt? Machen Sie den Anfang damit, mir Eines zu ſagen“:


