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ihn zuerſt gelegt hatte, nach den Salon getragen. Der Arzt war herbeigeeilt. Die Tante Gillenormand war auf⸗ geſtanden.
Die Tante Gillenormand ging ab und zu, erſchreckt die Hände faltend und unfühig zu etwas Anderem, als zu ſagen:„Iſt das nur möglich!“— Zuweilen fügte ſie hinzu:„Alles wird blutig werden!“ Als das erſte Entſetz⸗ liche vorüber war, brach eine gewiſſe Philoſophie der Lage bis zu ihrem Geiſte durch und verrieth ſich durch den Ausdruck:„Das mußte ſo enden!“ Sie ging nicht ſo weit, zu ſagen:„Ich hatte es wohl vorausgeſa gt!“ wie dies bei ſolchen Gelegenheiten gewöhnlich iſt.
Auf Befehl des Arztes war ein Feldbett neben dem Canapée aufgeſchlagen worden. Der Arzt unterſuchte Marius und, nachdem er ſich überzeugt hatte, daß der Puls noch ging, daß der Verwundete in der Bruſt keine tiefe Wunde hatte, daß das Blut in den Mundwinkeln aus den Naſenlöchern herrührte, ließ er ihn flach auf das Bett legen, ohne Kopfliſſen, den Kopf in gleicher Höhe mit dem übrigen Körper und ſelbſt ein Wenig niedriger, den Oberkörper entblößt, um das Athmen zu erleichtern. Als Fräulein Gillenormand ſah, daß man Marius ent⸗ kleidete, zog ſie ſich zurück. Sie ging, um auf ihrem Zimmer den Roſenkranz zu beten.
Der Oberkörper zeigte keine innere Verletzung; eine Kugel, geſchwächt durch die Brieftaſche, war ſeitwä rts gegangen und hatte um die Rippen einen fürchterlichen Riß gemacht, der aber ohne alle Tiefe war und folg lich auch ohne alle Gefahr. Der lange unterirdiſche Gang hatte das zerſchoſſene Schlüſſelbein vollends ausgerengt und hier eine große Störung angerichtet. Der Arm war von Säbelhieben getroffen. Keine Wunde entſtellte das Geſicht; der Kopf aber war von Wunden bedeckt. Was ſollte aus dieſen Kopfwunden werden; berührten ſie nur die haar⸗ 11*


