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in dem Gedanken; der Frieden breitet ſich über das Dunkel, wie die Nacht, und gleich dem Himmel, der ſich erhellt, wird auch die Seele mit Sternen geſchmückt. Jean Valjean konnte ſich nicht enthalten, die Unendlichkeit zu betrachten, die ſich über ihn ausbreitete; er nahm, ſo zu ſagen, in dem majeſtätiſchen Schweigen des ewigen Himmels ein Bad des Entzückens und des Gebetes. Dann erinnerte er ſich plötzlich ſeiner Pflicht, beugte ſich gegen Marius nieder, ſchöpfte Waſſer in der hohlen Hand und träufelte ihm davon einige Tropfen auf das Geſicht. Marius Augen⸗ lider erhoben ſich nicht. Indeß athmete ſein halbgeöffneter Mund.
Jean Valjean wollte auf's Neue die Hand in den Fluß ſenken, als er ſich plötzlich durch irgend ein Hinderniß gehemmt fühlte, wie dies der Fall iſt, wenn man Jemand hinter ſich weiß, ohne ihn zu ſehen.
Er wendete ſich um.
Es ſtand in der That Jemand hinter ihm.
Ein Mann von hohem Wuchs, in einen langen Ueber⸗ rock gekleidet, die Arme gekreuzt und in der rechten Hand einen Tovſchläger tragend, deſſen kleine Klugel man ſah, ſtand einige Schritte hinter Jean Valjean, der ſich über Marius niederbeugte.
Bei dem Zwielicht war das eine Art von Erſcheinung. Ein gewöhnlicher Menſch wäre wegen der Dämmerung und ein beobachtender wegen des Todtſchlägers erſchrocken.
Jean Valjean erkannte Javert.
Der Leſer hat ohne Zweifel errathen, daß der Ver⸗ folger Thénardier's Niemand anders war, als Javert. Dieſer war nach ſeiner unerwarteten Befreiung aus der Barrikade auf die Polizei⸗Präfectur geeilt, hatte hier den Präfecten ſelbſt mündlich Bericht erſtattet und dann augen⸗ blicklich ſeinen Dienſt wieder angetreten, welcher nach der


