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Marius macht auf Jemand, der ſich darauf verſteht, den Eindruck eines Todten.
Er ließ Marius auf dem Damme niedergleiten.
Er war im Freien!
Der Geſtank, die Finſterniß, das Entſetzen lag hinter ihm. Die geſunde, reine, lebende, heitere, treueinzuathmende Luft überfluthete ihn. Ringsumher herrſchte Schweigen, aber das wohlthuende Schweigen der am heitern Himmel untergehenden Sonne. Die Dämmerung war angebrochen, die Nacht nahte, die große Befreierin, die Freundin aller Derer, welche eines Mantels von Schatten bedürfen, um aus Todesangſt errettet zu werden. Der Himmel zeigte ringsumher eine erhabene Ruhe, der Fluß flüſterte zu ſeinen Füßen wie ein Kuß. Man hörte nur laut das Zwiegeſpräch der Neſter, welche ſich in den Ulmen der Champs⸗Elyſées gute Nacht zuriefen. Einige Sternenfunken mitten an dem bleichen Blau des Himmels. Der Abend breitete über dem Haupte Jean Valjean's die Süßigkeiten des Unendlichen aus.
Es war jene unbeſtimmte Zeit, welche weder Ja noch Nein ſagt. Es war dunkel genug, um ſich in geringer Entfernung nicht zu ſehen und noch hell genug, um ſich in der Nähe erkennen zu können.
Jean Valjean war einige Sekunden unwiderſtehlich beſiegt durch dieſe erhabene und ſchweigende Heiterkeit; es giebt dergleichen Minuten des Vergeſſens; die Leiden ver⸗ zichten darauf, den Elenden zu necken; Alles verſchwindet


