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Jean Valjean kehrte ſich zn Gavroche.
„Armes Weſen,“ ſagte er mit leiſer Stimme, und in⸗ dem er zu ſich ſelbſt ſprach:„Er hungert.“
Und er drückte ihm das Fünffrancsſtück in die Hand.
Gavroche erhob die Naſe verwundert über die Größe des Sou. Er betrachtete es in der Dunkelheit, und die Weiße des dicken Sou blendete. Er kannte Fünffranesſtücke nur von Hörenſagen; ihr Ruf war ihm angenehm. Er fühlte ſich entzückt, eines in der Nähe zu ſehen. Er ſagte: „Betrachten wir den Tiger.“
Und er beſah ſich das Geldſtück einen Augenblick voll Entzücken; dann wendete er ſich zu Jean Valjean, reichte ihm die Hand hin und ſagte majeſtätiſch:
„Bürger, ich will lieber die Laternen einwerfen. Nehmen Sie Ihr wildes Thier wieder. Man beſticht mich nicht. Das hat fünf Krallen, aber es ritzt mich nicht einmal.“
„Haſt Du eine Mutter?“ fragte Jean Valjean.
Gavroche antwortete:
„Vielleicht mehr wie Sie.“
„Nun gut,“ ſagte Jean Valjean,„ſo behalte dieſes Geld für Deine Mutter.“
Gavroche fühlte ſich gerührt. Ueberdies hatte er be⸗ merkt, daß der Mann, der mit ihm ſprach, keinen Hut trug, und das flößte ihm Vertrauen ein.
„Wirklich,“ ſagte er,„es iſt alſo nicht um mich zu verhindern, die Laternen einzuwerfen?“
„Wirf ein, was Du willſt.“
„Sie ſind ein braver Mann,“ ſagte Gavroche.
Und er ſteckte das Fünffrancsſtück in eine ſeiner Taſchen.
Sein Vertrauen wuchs, und er fragte:
„Sind Sie aus der Straße?“


