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irgend einen Unfall verlaſſen zu haben, war ſchon ein gutes Zeichen. Vielleicht war es klug, Frankreich, wenn auch nur für einige Monate, zu meiden und nach London zu gehen. Was galt ihm Frankreich oder England, wenn nur Coſette bei ihm war. Coſette war ſein Vaterland, ſie genügte zu ſeinem Glück, und der Gedanke, daß er vielleicht zu dem ihrigen nicht ebenfalls genügte, dieſer Gedanke, der ehemals ſein Fieber und ſeine Schlafloſigkeit veranlaßte, kam ihm jetzt nicht mehr in den Sinn. Er überdachte daher die Ab⸗ reiſe nach England mit Coſette und erblickte im Hinter⸗ grunde ſeiner Träumerei ſchon ſein wiederhergeſtelltes Glück.
Aber, indem er ſo mit langſamen Schritten hin und her ging, traf ſein Blick plötzlich auf etwas Eigenthüm⸗ liches.
Er ſah in den Spiegel, der über dem Schenktiſch hing und las deutlich die fünf folgenden Zeilen:
„Mein Vielgeliebter! Ach! mein Vater will, daß wir ſogleich reiſen. Wir werden dieſen Abend in Rue de[Homme Armé Nr. 7. ſein. In acht Tagen ſind wir in London.— Coſette. 4. Juni.“
Jean Valjean blieb wie verſteinert ſtehen.
Coſette hatte, als ſie dieſe Wohnung betrat, ihr Heft auf das Büffet vor den Spiegel gelegt und, in ihre ſchmerzliche Gedanken vertieft, es hier liegen laſſen, ſelbſt ohne zu bemerken, daß es geöffnet war und zwar eben an der Stelle, an welcher ſie die fünf an den jungen Arbeiter in der Rue Plumet übergebenen Zeilen zum Trocknen gelegt hatte, ſo daß ſie ſich in dem Löſchpapier verkehrt abdrückten.
Der Spiegel warf die Schrift zurück.
Die auf ſolche Weiſe wiedergeſpiegelte Schrift zeigte ſich daher in ihrer richtigen Stellung und Jean Valjean hatte vor den Augen den Brief, den Coſette am Abend zu⸗ vor an Marius ſchrieb.
Das war für ihn ein Blitzſtrahl.


