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Denſelben Stern am Himmel oder denſelben Leuchtkäfer in demſelben Graſe zu betrachten;
Mit einander zu ſchweigen,— das war ein noch grö⸗ ßeres Entzücken, als mit einander zu plaudern.
Marius nahte ſich verſchiedenen Verwickelungen.
Eines Abends, als er über den Boulevard der Inva⸗ liden zum Rendez⸗vous ging, wobei er gewöhnlich den Kopf ſinken ließ, hörte er, als er um die Ecke der Rue Plumet biegen wollte, dicht neben ſich ſagen:
„Guten Abend, Herr Marius.“
Er erhob den Kopf und erkannte Eponine.
Dieſe machte auf ihn einen eigenthümlichen Eindruck. Er hatte an dieſes Mädchen nicht ein einziges Mal gedacht, ſeitdem ſie ihn nach der Rue Plumet gebracht hatte; er ſah ſie ſeitdem nicht wieder und ſie war ihm gänzlich aus dem Gedächtniß verſchwunden. Er hatte nur Grund zur Dank⸗ barkeit für ſie, denn er verdankte ihr ſein gegenwärtiges Glück, und dennoch war es ihm unangenehm, ihr zu be⸗ gegnen.
Es iſt ein Irrthum, zu glauben, daß die Leidenſchaft, wenn ſie glücklich und rein iſt, den Menſchen zu einem voll⸗ kommeneren Zuſtand führt. Sie bringt ihn nur, wie wir erfahren haben, zu einem Zuſtand des Vergeſſens. In die⸗ ſem Zuſtande vergißt der Menſch, ſchlecht zu ſein, und eben⸗ ſo auch, gut zu ſein. Die Dankbarkeit, die Pflicht, die we⸗ ſentlichen und läſtigen Erinnerungen verſchwinden. Zu jeder anderen Zeit würde Marius ſich ganz anders gegen Epo⸗ nine gezeigt haben. Durch Coſette allein beſchäftigt, hatte er ſich nicht einmal deutlich davon Rechenſchaft gegeben, daß dieſe Eponine Eponine Thénardier hieß und einen Namen führte, der in das Teſtament ſeines Vaters geſchrieben war, eben jenen Namen, für den er ſich einige Monate zuvor ſo gern geopfert haben würde. Wir zeichnen Marius ſo, wie


