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IH. Die Betäubung des vollkommenen Glückes.
Sie lebten betäubt durch ihr Glück. Sie bemerkten die Cholera nicht, welche Paris in eben dieſem Monate decimirte. Sie hatten ſich ſo viele vertraute Mittheilungen gemacht, wie ſie konnten, aber das ging nicht ſehr weit über die Nennung ihrer Namen hinaus. Marius hatte Coſette geſagt, daß er eine Waiſe ſei, daß er ſich Marius Pont⸗ merch nenne, daß er Advokat wäre, daß er davon lebe, für die Buchhändler zu ſchreiben, daß ſein Vater Oberſt geweſen wäre und ein Held, und daß er, Marius, ſich mit ſeinem Großvater, einem reichen Manne, entzweit hätte. Er hatte ihr auch ein wenig geſagt, daß er Baron ſei. Aber das machte gar keinen Eindruck auf Coſette. Marius, Baron? Sie verſtand ihn nicht. Sie wußte nicht, was dies Wort bedeutete. Marius war Marius.
ghrerſeits hatte ſie ihm anvertraut, daß ſie im Kloſter des Klein⸗Picpus erzogen worden war, daß ihre Mutter ebenſo geſtorben wäre, wie ſeine; daß ihr Vater Herr Fauche⸗ levent heiße; daß er ſehr gut wäre, daß er den Armen viel ſchenke, daß er aber ſelbſt arm ſei und ſich Alles entzöge, ihr aber nichts.
Sonderbar. Bei der Art von Symphonie, in welcher Marius lebte, ſeitdem er Coſette ſah, war die Vergangen⸗ heit, ſelbſt die nächſte, für ihn ſo verworren und fern ge⸗ worden, daß das, was Coſette ihm erzählte, ihn vollkommen befriedigte. Er dachte ſelbſt nicht einmal daran, ihr von dem nächtlichen Abenteuer in der Baracke Gor⸗
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