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beau, von den Thénardiers, von der Brandwunde und von der ſonderbaren Haltung und eigenthümlichen Flucht ihres Vaters zu erzählen. Marius hatte das Alles in manchen Augenblicken vergeſſen; er wußte ſelbſt jenen Abend nicht, was er am Morgen gemacht hatte, noch wo er frühſtückte, noch mit wem er geſprochen; ihm tönten Geſänge in den Ohren, die ihn für jeden andern Gedanken taub machten; er lebte nur in den Stunden, in welchen er Coſette ſah. Da er ſich im Himmel befand, war es ganz einfach, daß er die Erde vergaß. Beide trugen ſchmachtend das uner⸗ klärliche Gewicht der unkörperlichen Wolluſt. So leben die Somnambulen, welche man die Liebenden nennt.
Ach, wer hat dergleichen nicht empfunden? Weshalb erſcheint eine Stunde, in welcher man aus dieſem Himmel tritt, und weshalb dauert das Leben danach noch fort? Liebe erſetzt beinahe das Denken. Die Liebe iſt ein völliges Vergeſſen alles Uebrigen. Man fordere keine Logik von der Leidenſchaft. Für Coſette und Marius gab es nichts mehr als Marius und Coſette. Das Weltall rings um ſie her war in den Abgrund gefallen. Es gab nichts vor, nichts hinter ihnen. Kaum dachte Marius daran, daß Co⸗ ſette einen Vater hatte. Wovon denn ſprachen ſie, dieſe Liebenden? Von Blumen, von Schwalben, von dem Unter⸗ gang der Sonne, von dem Aufgang des Mondes, von allen den gleichgültigen Dingen. Sie hatten ſich Alles geſagt, aus⸗ genommen Alles. Das Alles der Liebenden iſt Nichts. Aber der Vater, die Wirklichkeit, die Höhle, die Banditen, das Abenteuer, wozu aber? War es denn gewiß, daß dieſer Alp eriſtirt hatte? Man war zu Zweien, man betete ſich an, weiter exiſtirte nichts. Alles andere beſtand nicht.
Dieſe beiden Weſen lebten mit der ganzen Unwahr⸗ ſcheinlichkeit, die in der Natur der Liebe liegt. Sie ſchliefen wachend in ihrem Entzücken. Zuweilen ſchloß Marius vor Coſette die Augen, ſo ſchön ſie auch war. Die Augen zu


