Teil eines Werkes 
3. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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129 die Fackeln in dem Regen beſchienen, bewegten ſich längs der Dächer hin und her. Zu gleicher Zeit ſah Thénardier in der Richtung der Baſtille einen Schein den Himmel erhellen.

Er lag auf einer zehn Zoll breiten Mauer ausgeſtreckt unter dem Sturzregen mit zwei Abgründen zu ſeiner Rechten und zu ſeiner Linken, konnte ſich nicht rühren, war die Beute des Schwindels vor einem möglichen Sturze und des Entſetzens vor einer gewiſſen Verhaftung, und ſeine Ge⸗ danken gingen gleich den Klöpfel einer Glocke von dem einen zu dem andern der beiden Gedanken: Tod, wenn ich falle, gefangen, wenn ich bleibe.

In dieſer Todesangſt ſah er plötzlich, während die Straße noch ganz dunkel war, einen Menſchen, der ſich an den Mauern hinſchlich, von der Seite der Rue Pavée kam und unter der Vertiefung, über welche Thénardier ſchwebte, ſtehen blieb. Zu dieſem Menſchen kam ein zweiter, der mit gleicher Vorſicht ging, dann ein dritter, dann ein vierter. Als dieſe Männer beiſammen waren, drückte Einer auf den Griff der Einfaſſungsplanke und alle Vier traten in den Raum, in welchem die Baracke lag. Sie befanden ſich gerade unter Thenardier. Die Menſchen hatten offenbar dieſen Raum gewählt, um mit einander ſprechen zu können, ohne von den Vorübergehenden oder der Schildwache an dem einige Schritt entfernten Thore von La Force geſehen werden zu können. Man muß auch erwähnen, daß der Regen die Schildwache in dem Schilderhauſe feſthielt.

Thenardier, der ihr Geſicht nicht unterſcheiden konnte, lauſchte mit der verzweifelten Aufmerkſamkeit eines Elenden, der ſich verloren ſieht, auf ihre Worte.

Thénardier ſah Etwas, das der Hoffnung glich, denn dieſe Menſchen redeten in der Diebesſprache.*)

*) Da es unmöglich ſein würde, die franzöſiſche Diebesſprache, deren Ausdrücke ſich in dem folgenden Geſpräche fortwährend erneuern,

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