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mauer und von da nach der Ruine an der Rue du Roi⸗de⸗ Sicile zu gelangen? Es gab oben auf dieſem Wege Dinge zu löſen, die unmöglich zu ſein ſchienen. Hatte er das Brett ſeines Bettes wie eine Brücke von dem Dache der Bel⸗Air über die Mauer des Rondenweges gelegt und war er dann auf dem Dache rings um das Gefängniß auf der Rondenmauer hin bis zu der Ruine gekrochen? Aber die Mauer des Rondenwegs von La Force zeigte eine ungleiche Linie; ſie ging aufwärts und abwärts, ſenkte ſich bis auf die Kaſerne der Pompiers und hob ſich bei dem Badehanſe; ſie wurde von Gebäuden unterbrochen und hatte nicht die gleiche Höhe wie bei dem Hotel Lamoignon bei der Rue Pavée, ſie machte mehrere Senkungen und hatte Winkel. Ueberdies hätten auch die Schildwachen die finſteren Um⸗ riſſe des Flüchtlings ſehen müſſen. Selbſt auf ſolche Weiſe bleibt der Weg, den Theénardier zurücklegte, beinahe uner⸗ klärlich. Auf zwei Arten war die Flucht unmöglich. Thé⸗ nardier, der durch den natürlichen Durſt nach Freiheit be⸗ geiſtert wurde, welcher Abgründe in Gräben, Eiſengitter in Weidengeflechte, einen Schwächling in einen Athleten, einen Podagriſten in einen Vogel, die Einfalt in Inſtinkt, den Inſtinct in Verſtand, den Verſtand in Theorie verwandelt. Hatte Thénardier eine dritte Art der Flucht erfunden und improviſirt? Man hat es nie erfahren.
Man kann ſich nicht immer Rechenſchaft von den Wun⸗ dern des Ausbruchs aus dem Gefängniß geben. Der Ent⸗ fliehende iſt, wir wiederholen es, ein Begeiſterter. Die Anſtrengung zur Befreiung iſt nicht minder überraſchend, wie ein Flügelſchlag zu dem Erhabenen.
Wie dem auch ſei, genug, Thénardier war ſchweiß⸗ triefend, durchnäßt von dem Regen, mit zerfetzten Kleidern, mit geſchundenen Händen, mit blutigen Ellenbogen, mit zer riſſenen Knieen bis zu dem Einſchnitt der verfallenen Mauer
gelangt. Hier hatte er ſich lang ausgeſtreckt und die Kraft Die Elenden. vII. 12


