Teil eines Werkes 
3. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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zogen ihr Seil wieder an ſich, ſprangen auf den Hof hinab, gingen über denſelben fort, öffneten mit der herab⸗ hängenden Schnur des Portiers die Thür und befanden ſich auf der Straße.

Es waren noch nicht drei Viertel Stunden verfloſſen, ſeitdem ſie auf ihrem Bette knieend in der Dunkelheit mit dem Nagel in der Hand die Ausführung ihres Planes begannen.

Einige Augenblicke darauf hatten ſie Babet und Mont⸗ parnaſſe, die unterdeſſen in der Gegend umherſchlichen, getroffen.

Indem ſie ihr Seil an ſich zogen, war es geriſſen und es blieb ein Theil deſſelben an der Eſſe auf dem Dache hängen. Uebrigens waren ſie weiter nicht beſchädigt, als daß ſie ſich ſo ziemlich die ganze Haut von den Händen geſchunden hatten.

In eben dieſer Nacht ſchlief Thénardier nicht, da er auf irgend eine Weiſe, welche man nicht zu entdecken ver⸗ mocht hat, benachrichtigt worden war.

Gegen ein Uhr Morgens ſah er auf dem Dache in dunkler Nacht und bei Regen und Sturm vor der Dach⸗ luke, die ſeinem Käfig gegenüber lag, zwei Schatten vor⸗ überſchreiten; der Eine blieb an dem Dachfenſter ſo lange ſtehen, als zu einem Blick erforderlich war. Thénardier erkannte Brujon und begriff. Das genügte ihm.

Theénardier, der eines nächtlichen Angriffes mit bewaff⸗ neter Hand angeklagt war, wurde ſtreng bewacht. Eine Schildwache, die man von zwei zu zwei Stunden ablöſte, ging mit geladenem Gewehr vor ſeinem Käfig auf und nieder. Bel⸗Air wurde durch eine Lücke im Dach beleuchtet. Der Geſangene hatte an den Füßen eine Kette, ein Gewicht von fünfzig Pfund. Täglich um vier Uhr Nachmittags betrat ein Aufſeher, begleitet von zwei Hunden, ſeinen Käfig, ſtellte neben ſein Bett ein ſchwarzes Brod von zwei Pfund,

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