Teil eines Werkes 
3. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Haushalt verrathen. In jener Nacht nun, in welcher der kleine Gavroche die beiden umherirrenden Kinder aufge⸗ nommen hatte, ſtanden Brujon und Gueulemer, welche wußten, daß Babet, welcher an eben dem Morgen ent ſprungen war, ſie mit Montparnaſſe auf der Straße er wartete, leiſe auf, durchbrachen mit dem Nagel, den Brujon gefunden hatte, die Eſſe, an welcher ihre Betten ſtießen. Der Kalk und die Steinſtücke fielen auf das Bett Brujon's, ſo daß man es nicht hörte. Mit Donner gemiſchte Wind⸗ ſtöße erſchütterten die Thür in ihren Angeln und machten in dem Gefängniß einen gewaltigen und nützlichen Lärm. Die Gefangenen, welche erwachten, thaten, als ob ſie wieder einſchliefen und ließen Gueulemer und Brujon ge⸗ währen. Brujon war geſchickt, Gueulemer war ſtark. Ehe irgend ein Geräuſch zu dem Wächter gelangte, der in einer vergitterten Zelle ſchlief, welche einen Einblick in den Schlafſaal gewährte, war die Mauer durchbrochen, die Eſſe erklettert, das Gitter, welches den oberen Ausgang deſſelben ſchloß, geſperrt und die beiden Gefangenen befanden ſich auf dem Dache. Der Regen und der Wind verdoppelten ſich; das Dach war ſchlüpfrig.

Was für eine ſchöne Nacht für einen Ausbruch! ſagte Brujon.

Ein Abgrunv von ſechs Fuß Breite und achtzig Fuß Tiefe trennte ſie von dem Rondenwege. Auf dem Boden dieſes Abgrundes ſahen ſie in der Dunkelheit die Gewehre einer Schildwache ſchimmern. Sie befeſtigten das Seil, welches Brujon in ſeinem Kerker gedreht hatte, an dem Ende eines der Gitter der Eſſe, welches ſie durchbrochen hatten, warfen das andere Ende über den Rondenweg, ſprangen mit einem Satze über den Abgrund, klammerten ſich an die Sparren des Daches, überſtiegen die Mauer, ließen ſich Einer nach dem Andern an dem Seile auf ein kleines Dach, welches an das Badehaus ſtößt, hinabgleiten,