Teil eines Werkes 
3. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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dem

Hofe Karl's des Großen für zu gefährlich hielt, brachte man ihn nach dem Neubau. Das Erſte, was er hier fand, war Gueulemer, das Zweite ein Nagel; Gueulemer, das heißt das Verbrechen, ein Nagel, das heißt die Freiheit.

Brujon, bei dem es Zeit iſt, daß man ſich von ihm einen vollſtändigen Begriff macht, war mit dem Anſchein zarter Geſundheit und wohlüberlegter Mattigkeit ein munterer Burſche, ein kluger Spitzbube, der einen liebkoſenden Blick mit einem grauſamen Lächeln verband. Sein Blick entſprang ſeinem Willen, ſein Lächeln ſeiner Natur. Die erſten Studien ſeiner Kunſt waren gegen die Dächer gerichtet; er hatte große Fortſchritte in der Induſtrie derer gemacht, welche die Dächer der Rinnen berauben.

Die Flucht wurde dadurch begünſtigt, daß eben jetzt die Dachdecker einen Theil der Rinnen des Gefängniſſes ausbeſſerten. Der Hof des heiligen Bernhard war nicht mehr gänzlich von dem Hofe Karl's des Großen und von dem Hofe des heiligen Ludwig getrennt. Es gab dort eben Gerüſte und Leitern; mit anderen Worten, Brücken und Treppen in der Richtung der Befreiung.

Der Neubau, ein altes Haus voller Riſſe und Sprünge, war der ſchwächſte Punkt des Gefängniſſes. Die Mauern waren durch den Salpeter ſo beſchädigt, daß man gezwungen geweſen war, die Decken der Schlafzimmer mit Holz zu bekleiden, weil ſich von denſelben Steine losriſſen, die während der Nacht auf die Schlafſtätten der Gefangenen fielen. Dieſer Baufälligkeit ungeachtet hatte man den Fehler begangen, in dem Neubau die gefährlichſten Angeklagten einzuſperren.

Der Neubau enthielt vier Schlafſäle übereinander und darüber einen Dachraum, Bel⸗Air genannt, eine große Eſſe, wahrſcheinlich von irgend einer alten Küche der Herzöge von La Force herrührend, ging von dem Erdgeſchoß aus durch die vier Stockwerke und durchſchnitt alle Schlafſäle,