Teil eines Werkes 
3. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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15 welche den Beginn der Regierung Ludwig Philipp's bedecken, war es nothwendig, uns über dieſen König auszuſprechen.

Ludwig Philipp hatte die königliche Autorität ohne Ge⸗ waltthat gewonnen, ohne unmittelbares Handeln ſeinerſeits, durch die Thatſache einer revolutionären Umwälzung, bei welcher die Herzogin von Orleans keine perſönliche Initia⸗ tive ergriffen hatte. Er war als Prinz geboren und glaubte ſich zum Könige beſtimmt. Er ergriff dieſes Mandat nicht, ſondern man bot es ihm und er nahm es an, überzeugt ſeinerſeits, daß das Anerbieten auf ein Recht beruhte und die Annahme ſeine Fflicht ſei. Er war in dem guten Glauben ſeines Beſitzes und die Demokratie war ebenſo in gutem Glauben ihres Angriffes. Ein Zuſammenſtoß der Principien glich einem Zuſammenſtoß der Elemente. Der Ocean vertheidigt das Waſſer, der Sturm vertheidigt die Luft; der König vertheidigt das Königthum, die Demokratie vertheidigt das Volk; das Relative, welches die Monarchie. iſt, widerſteht dem Unbedingten, welches die Republik iſt; die Geſellſchaft blutet unter dieſem Zuſammenſtoß; aber was heute ihr Leid bildet, wird ſpäter ihr Heil, und jeden⸗ falls ſind die Kriegführenden nicht zu tadeln. Das Recht kann nur auf einer Seite ſein, aber beide Seiten glauben es zu beſitzen.

Die Regierung von 1830 hatte ſofort ein hartes Leben. Geſtern geboren, mußte ſie heute ſchon kämpfen.

Gleich am nächſten Tage zeigte ſich der Widerſtand. Vielleicht war er ſogar ſchon den Tag zuvor geboren.

Von Monat zu Monat vergrößerten ſich die Feind⸗ ſeligkeiten.

Die Juli⸗Revolution, außerhalb Frankreichs bei den Königen nicht ſehr beliebt, war in Frankreich ſelbſt ver— ſchiedenartig ausgelegt worden.

Die alten legitimiſtiſchen Parteien griffen die Revo⸗ lution von 1830 auf das Heftigſte an und zwar in ihrem

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