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Eiſen ſich in die dampfende Wunde bohrte, richtete er gleich⸗ gültig und in erhabener Ruhe auf Thénardier ſeinen freien Blick, ohne Haß, und ſein Leiden verſchwand dabei in einer erhabenen Majeſtät.
Bei großen und gewaltigen Naturen macht der Wider⸗ ſtand des Fleiſches und der Sinne, welche eine Beute des Schmerzes ſind, daß ihre Seele hervortritt und ſich auf ihrer Stirn offenbart, ſowie der Aufſtand der Soldateska den Feldherrn zwingt, ſich zu fügen.
„Elende!“ rief er,„fürchtet Euch ebenſo wenig vor mir, wie ich mich vor Euch fürchte!“
Und die Scheere aus der Wunde ziehend, warf er zu dem offen gebliebenen Fenſter das entſetzliche Inſtrument hinaus, welches in der Nacht verſchwand und in den Schnee erloſch.
Dann ſagte der Gefangene:„Jetzt macht mit mir, was Ihr wollt.“
Er war entwaffnet.
„Packt ihn!“ ſagte Thénardier.
Zwei der Schurken legten ihm die Hand auf die Schulter und der maskirte Menſch mit der Bauchredner⸗
ſtimme ſtellte ſich ihm gegenüber, bereit, ihm bei der ge⸗
ringſten Bewegung mit ſeinem gewaltigen Schlüſſel den Schädel einzuſchlagen.
Zu gleicher Zeit hörte Marius unter ſich an der Wand, aber ſo nahe, daß er die nicht ſehen konnte, welche ſprachen, das leiſe geführte Geſpräch:
„Es bleibt jetzt nur noch Eins übrig.“
„Ihn abthun!“
„Richtig!“
Es war der Mann und die Frau, die ſich beriethen.
Thénardier ging mit langſamen Schritten zu dem Tiſche, öffnete den Kaſten und nahm das Meſſer heraus.
Marius faßte den Kolben der Piſtole.


