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Sie hielt athemlos inne und fuhr nach einer kurzen Pauſe fort:
„Herr Thénawier! dieſer Alte hat Dich angeführt! Du biſt zu gut, ſiehſt Du wohl. Was mich betrifft, ſo hätte ich ihm gleich zu allem Anfang die Zunge gelöſt! Und hätte er dabei den Boshaften geſpielt, ſo würde ich ihn lebendig gebraten haben. Er hätte ſprechen müſſen
und ſagen, wo ſeine Tochter iſt und wo er ſeinen Schatz
verborgen hat! So hätte ich es gemacht! Man hat wohl guten Grund, zu fagen, daß die Männer dümmer ſind wie die Weiber! Niemand, Nr. 17, das iſt ein großer Thor⸗ weg. Kein Herr Fabre, Rue St. Dominique und, was die Pferde laufen wollen und ein Trinkgeld an den Kut⸗ ſcher und Alles! Ich habe mit dem Thürhüter und der Thürhüterin geſprochen, die eine ſchöne kräftige Frau iſt, ſie kennen den Menſchen nicht.“ Marius athmete auf. Seine Urſula oder die Lerche, ſie, die er nicht zu nennen wußte, war gerettet.. Während ſeine Frau ſich ereiferte, hatte Thénardier ſich auf den Tiſch geſetzt; er ſprach einige Augenblicke kein Wort, ließ das rechte Bein, das herunterhing, baumeln und ſah mit dem Weſen finſterer Träumerei auf das Koh⸗ lenbecken. 3 Endlich ſagte er zu dem Gefangenen mit einer lang⸗ ſamen und auffallend grauſamen Betonung: „Eine falſche Adreſſe? Was haſt Du denn gehofft?“ „Zeit zu gewinnen!“ rief der Gefangene mit don⸗ nernder Stimme. Und in demſelben Augenblick ſchüttelte er ſeine Banden ab. Sie waren durchgeſchnitten. Der Gefangene war nur noch mit einem Bein an das Bett gebunden. Ehe die ſieben Menſchen Zeit ge⸗ wonnen hatten, ſich zu faſſen und auf ihn zu ſtürzen,
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