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Was ſollte er thun? Den Piſtolenſchuß abfeuern? Alle dieſe Elenden in die Hände der Juſtiz liefern? Allein der fürchterliche Menſch mit dem Hammer wäre dann mit dem jungen Mädchen gegen jeden Angriff geſichert geweſen und Marius dachte an die Worte Thénardier's, deren blutige Bedeutung er nur zu ſehr erkannte: wenn Sie mich ver⸗ haften laſſen, giebt mein Kamerad der Lerche den Gnadenſtoß.
Jetzt fühlte er ſich nicht mehr blos durch das Teſta⸗ ment des Oberſten zurückgehalten, ſondern auch durch ſeine Liebe, durch die Gefahr, welche die lief, die er liebte.
Dieſe entſetzliche Lage, welche ſchon ſeit länger als einer Stunde währte, veränderte mit jedem Augenblick das Ausſehen. Marius beſaß die Kraft, nach einander alle fürchterlichen Möglichkeiten zu prüfen. Er ſuchte nach einer Hoffnung und fand ſie nicht. Der Tumult ſeiner Gedanken ſtach grell ab gegen das finſtere Schweigen des Ortes.
Während dieſes Schweigens hörte man endlich das Geräuſch der ſich öffnenden und dann wieder ſchließenden Treppenthür.
Der Gefangene machte in ſeinen Banden eine Be⸗ wegung.
„Da kommt meine Frau!“ ſagte Thénardier.
Kaum hatte er ausgeſprochen, als in der That die Thenardier in das Gemach ſtürzte, roth, athemlos, keuchend, mit flammenden Blicken und, indem ſie mit ihren großen
Händen zugleich auf beide Schenkel ſchlug, wüthend ausrief:
„Falſche Adreſſe!“
Der Bandit, den ſie mit ſich genommen hatte, zeigte ſich hinter ihr und ergriff ſeinen Hammer wieder.
„Falſche Adreſſe!“ wiederholte Thénardier.
Sie entgegnete:
„Niemand! Rue St. Dominique Nr. 17 kein Herr Urbain Fabre! Man weiß dort nicht wer das iſt!“


