Teil eines Werkes 
3. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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157 und wußte nicht, was es hieß, außer ſich zu gerathen. Es war einer jener Menſchen, welche die Verwunderung über die verzweifeltſten Lagen beherrſchen. So groß auch die Gefahr war, ſo unendlich die Kataſtrophe ſchien, lag in ihm doch nichts von der Todesangſt des Ertrinkenden, der unter dem Waſſer voll Entſetzen die Augen aufreißt.

Thénardier erhob ſich ohne Zorn, ging zu dem Kamin, ſchob den Schirm zurück, den er gegen das andere Lager ſtützte, und zeigte ſo das Becken mit den glühenden Kohlen, in welchem der Gefangene die Gartenſcheere rothglühend erblicken konnte.

Dann ſetzte Thenardier ſich wieder zu Herrn Leblanc.

„Ich fahre fort“, ſagte er.„Wir können uns mit einander verſtändigen. Machen wir die Sache freundſchaft⸗ lich ab. Ich habe ſpeben Unrecht gehabt, mich zu ereifern. Ich weiß nicht, wo ich meinen Verſtand hatte. Ich bin viel zu weit gegangen und habe mir Ausſchweifungen er— laubt. Zum Beiſpiel, weil Sie Millionair ſind, habe ich geſagt, daß ich Geld verlangte, viel Geld, ungeheuer viel Geld. Das war nicht vernünftig. Mein Gott, wenn Sie auch reich ſind, ſo haben Sie doch auch Ihre Laſten, denn wer hätte nicht die ſeinigen? Ich will Sie nicht zu Grunde richten, denn ich bin kein Menſchenfreſſer. Ich gehöre nicht zu denen, die, weil ſie den Vortheil der Lage für ſich haben, dieſe benutzen, um ſich lächerlich zu machen. Sehen Sie, ich will meinerſeits ein Opfer bringen. Ich brauche blos zweimalhunderttauſend Francs.“

Herr Leblanc äußerte kein Wort.

Thénardier fuhr fort:

„Sie ſehen, daß ich nicht wenig Waſſer in meinen Wein ſchütte. Ich kenne den Zuſtand Ihres Vermögens nicht. Allein ich weiß, daß Sie nicht auf das Geld achten, und ein ſo wohlthätiger Mann, wie Sie ſind, kann wohl einem Familienvater, der nicht glücklich iſt, zweimalhundert⸗