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die Polizei kommen zu ſehen wünſchen. Das geſchieht— ich vermuthe das ſchon ſeit längerer Zeit— weil Sie ir⸗ gend ein Intereſſe dabei haben, irgend eine Sache zu ver⸗ bergen. Wir unſererſeits haben daſſelbe Intereſſe, wir können daher uns miteinander verſtändigen.“
Während Thénardier ſo ſprach, ſchien er, die Augen feſt auf Herrn Leblane gerichtet, die ſcharfen Spitzen, die ſeine Blicke ſchoſſen, bis in das Gewiſſen ſeines Gefangenen bohren zu wollen. Seine Sprache trug übrigens dabei den Stempel einer gemäßigten und höhniſchen Unverſchämtheit; er war zurückhaltend und beinahe gewählt dabei, und in dem Elenden, der eben noch nichts war als ein Bandit, erkannte man jetzt den Menſchen, der ſtudirt hatte, um Prieſter zu werden.
Das Schweigen, welches der Gefangene bewahrte, hatte die Vorſicht, die ſo weit ging, daß er ſelbſt die Frage für die Erhaltung ſeines Lebens darüber vergaß, dieſer Wider⸗ ſtand, den er der erſten natürlichen Regung entgegenſetzte, die darin beſteht, einen Schrei auszuſtoßen, das Alles war, wie wir geſtehen müſſen, Marius läſtig, ſobald er es be merkte, und verſetzte ihn in eine peinliche Stimmung.
Die ſo begründete Bemerkung, welche Thénardier ge macht hatte, verdunkelte für Marius noch die geheimnißvolle Finſterniß, in welche das ernſte und auffallende Geſicht ſich zurückzog, dem Courfeyrae den Spottnamen Herr Leblanc gegeben hatte. Aber wer er auch ſein mochte, mit Stricken gebunden, von Mördern umgeben, ſo zu ſagen halb in eine Grube geſenkt, die unter ihm ſich mit jedem Augenblick um einen Grad vertiefte— bei der Wuth, wie bei der Sanft muth Thénardier's blieb dieſer Menſch vollkommen theil namlos, Marins konnte ſich daher auch nicht enthalten, in einem ſolchen Augenblicke dieſes ſtolze melancholiſche Geſicht zu bewundern.
Offenbar war dieſe Seele unzugänglich für den Schrecken,


