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155 ſich dabei ein Bein brechen können. Jetzt wollen wir, wenn Sie es mir gütigſt erlauben, ruhig miteinander ſprechen. Ich muß Ihnen zunächſt eine Bemerkung mittheilen, die ich ge⸗ malpt habe, nämlich, daß Sie nicht den geringſten Schrei ausſtießen.“
Thénardier hatte Recht; dieſe Bemerkung war richtig, obgleich ſie Marius in ſeiner Verwirrung entging. Herr Leblanc hatte kaum einige Worte ausgeſprochen, ohne die Stimme zu erheben, und ſelbſt bei ſeinem Kampf in der Nähe des Fenſters mit den ſechs Banditen hatte er das tiefſte und auffallendſte Schweigen bewahrt. Thénardier fuhr fort:
„Mein Gott, hätten Sie ein wenia gerufen: Diebe! ſo hätte ich das gar nicht unpaſſend gefunden. Mörder! auch das ſagt ſich gelegentlich, und was mich betrifft, ſo hätte ich es Ihnen nicht übel genommen, es iſt ganz ein⸗ fach, daß man ein wenig Lärm macht, wenn man ſich in Geſellſchaft von Perſonen befindet, die einem kein hinläng⸗ liches Vertrauen einflößen. Hätten Sie das gethan, ſo würde man Sie keineswegs gehindert haben. Man hätte Sie nicht einmal geknebelt. Ich will Ihnen auch ſagen, weshalb. Das kommt daher, weil das Zimmer hier ganz taub iſt. Es hat weiter nichts für ſich, als das hat es für ſich. Es iſt ein Keller. Schöſſe man hier eine Bombe los, ſo würde das für die nächſte Wache kein größeres Ge⸗ räuſch ſein, als das Schnarchen eines Betrunkenen. Die Kanone würde hier Bum machen, und der Donner Puff. Es iſt eine bequeme Wohnung. Aber Sie haben nicht ge⸗ ſchrien, und das iſt deſto beſſer. Ich mache Ihnen darüber mein Compliment, und will Ihnen ſagen, was ich daraus ſchließe. Mein lieber Herr, wenn man ſchreit, was ge⸗ ſchieht dann? Die Polizei kommt. Und nach der Polizei? Die Juſtiz. Nun wohl! Sie haben nicht geſchrieen; das kommt daher, weil ſie ebenſo wenig wie wir die Juſtiz und


