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ſollte der Schuß fallen, als Thénardier mit lauter Stimme ſchrie:
„Thut ihm nichts zu Leide!“
Dieſer verzweifelte Verſuch des Opfers war weit ent⸗ fernt, Thénardier außer ſich zu bringen, er hatte ihn viel⸗ mehr beruhigt. Es lagen in ihm zwei Menſchen, ein grau⸗ ſamer und ein kluger. Bis zu dieſem Augenblick hatte in dem Uebermaße des Triumphes und vor der niederge⸗ worfenen ſich nicht regenden Beute der grauſame Menſch die Oberhand gehabt; als das Opfer ſich ſträubte und kämpfen zu wollen ſchien, zeigte ſich der kluge Menſch wieder und gewann die Herrſchaft.
„Thut ihm nichts zu Leide!“ wiederholte er und ohne es zu ahnen, hemmte er dadurch den Piſtolenſchuß und lähmte Marius, für den die dringende Nothwendigkeit ver⸗ ſchwand, und der bei dieſer neuen Wendung der Dinge keinen Uebelſtand darin erblickte, noch zu warten. Wer weiß, ob nicht irgend ein Zufall ihn von der entſetzlichen Alternative befreite, den Vater Urſula's oder den Retter des Oberſten untergehen zu laſſen?
Ein herkuliſcher Kampf hatte ſich entſponnen. Mit einem Fauſtſchlage mitten auf die Bruſt hatte Herr Leblanc den Alten mitten in das Zimmer auf den Boden geſchleu⸗ dert; dann mit zwei Griffen ſeiner Hand hatte er zwei andere der Angreifer niedergeworfen, und hielt einen der⸗ ſelben unter jedem ſeiner Kniee. Die Elenden röchelten unter dem Drucke wie unter einem Alp; allein die beiden Andern hatten den gefährlichen Greis bei beiden Armen und im Genick gepackt und hielten ihn auf die beiden zu Boden geworfenen„Ofenſetzer“ niedergedrückt. So Herr der Einen und bezwungen durch die Andern, die unten er⸗ drückend, und ſelbſt erſtickend unter denen, die über ihm, ver⸗ gebens alle ſeine Kraft anſtrengend, dieſe abzuſchütteln, ver⸗ ſchwand Herr Leblanc unter der entſetzlichen Gruppe der


