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VI. Der Stellvertreter.
Der Zufall wollte, daß das Regiment, in welchem der Lieutenant Theodulus diente, nach Paris in Garniſon kam. Dies gab Veranlaſſung zu einer zweiten Idee für die Tante Gillenormand. Das erſte Mal hatte ſie daran gedacht, Marius durch Theodulus beobachten zu laſſen; jetzt dachte ſie daran, Theodulus zum Nachfolger von Marius zu machen.
Ein Großneffe iſt beinahe ein Enkel; in Ermangelung eines Advokaten nimmt man einen Lancier.
Eines Morgens, als Herr Gillenormand im Zuge war, ſo etwas wie die Quotidienne zu leſen, trat ſeine Tochter bei ihm ein und ſagte mit ihrer ſanften Stimme— denn es handelte ſich um ihren Günſtling:
„Vater, Theodulus wird Ihnen heute ſeine Achtung zu beweiſen kommen.“
„Wer iſt das, Theodolus?“
„Ihr Großneffe.“
„Ach!“ ſagte der Großvater.
Dann las er weiter und dachte nicht mehr an den Großneffen, der nichts als irgend ein Theodulus war, und bald bekam er ſehr üble Laune, wie ihm dies beinahe immer begegnete, wenn er las. Das„Blatt“, das er in der Hand hielt, übrigens royaliſtiſch, das verſteht ſich von ſelbſt, ver⸗ kündete für den nächſten Tag eines jener kleinen täglichen Ereigniſſe des damaligen Paris: daß die Zöglinge der Rechts⸗ und der Medieinſchule ſich auf dem Platze des


