Teil eines Werkes 
3. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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Bellavesne, zu den General Fririon, zu den Invaliden. Man machte daſelbſt Muſik, man tanzte. An ſolchen Abenden zog Marius ſeinen neuen Anzug an. Aber er ging zu ſolchen Abendgeſellſchaften und zu ſolchen Bällen des Abends nur an Tagen, an welchem es fror, daß Steine hätten ſpringen mögen, denn er konnte einen Wagen nicht bezahlen und wollte immer mit ſpiegelblanken Stiefeln ankommen.

Er ſagte zuweilen, aber ohne Bitterkeit:

Die Menſchen ſind ſo, daß man in einem Salon überall ſchmutzig ſein kann, nur nicht an den Stiefeln. Man verlangt hier, um Euch wohl aufzunehmen, nur Eines tadel⸗ los: das Gewiſſen? Nein, die Stiefel.

Alle andern Leidenſchaften, außer denen des Herzens, verſchwinden in der Träumerei. Das politiſche Fieber Ma⸗ rius war ſo verſchwunden. Die Revolution von 1830 hatte dazu beigetragen, indem ſie ihn befriedigte und beruhigte. Er war derſelbe geblieben bis auf den Zorn. Seine poli⸗ tiſchen Anſichten waren noch immer dieſelben, nur hatten ſie ſich gemildert. Richtiger geſagt, hatte er keine Meinungen mehr, ſondern Sympathien. Zu welcher Partei gehörte er? Zu der Partei der Menſchheit. In der Menſchheit wählte er Frankreich; in der Nation wählte er das Volk; in dem Volk wählte er das Weib. Dieſem beſonders wendete ſein Mitleid ſich zu. Jetzt zog er eine Idee einer Thatſache vor, einen Dichter einem Helden und bewunderte noch mehr

ein Buch wie Hiob, als ein Ereigniß wie Marengo. Wenn

er dann nach einem Tage der Betrachtungen Abends über die Boulevards ging und durch die Aeſte der Bäume den unbegrenzten Hintergrund ſah, den Schein ohne Namen, das

Geheimniß, dann kam alles Menſchliche ihm ſehr klein vor.

Er glaubte zu dem Wahren des Lebens und der menſchlichen Philoſophie gelangt zu ſein, und war endlich dahin gekommen, nur noch auf den Himmel zu blicken, als

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