Teil eines Werkes 
3. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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Redliche Armuth iſt die Nachbarin des Elends.

Marius fand Gefallen an dem offenherzigen Greiſe, der ſich langſam von der Armuth erfaßt ſah und ſich all⸗ mälig darüber wunderte, ohne ſich indeß noch darüber be⸗ trüben zu können. Marius begegnete Courfeyrac, und ſuchte Herrn Mabeuf auf. Selten nur jedoch, höchſtens ein oder zwei Mal jeden Monat.

Marius fand Vergnügen daran, lange einſame Spazier⸗ gänge auf den äußeren Boulevards zu machen oder auf dem Champ du Mars oder den mindeſt beſuchten Alleen des Luxemburger Gartens. Er brachte zuweilen einen hal⸗ ben Tag damit hin, den Garten eines Gemüſehändlers zu betrachten, die Beete mit Salat, die Hühner auf dem Dünger⸗ haufen und das ſich drehende Pferd des Waſſerrades. Die Vorübergehenden ſahen ihn voll Staunen an, und Einige fanden, daß er ein verdächtiges und finſteres Ausſehen hätte. Er war nur ein armer junger Mann, der ohne Gegenſtand träumte. Auf einem dieſer Spaziergänge hatte er die Baracke Gorbeau entdeckt; die einſame Lage und der wohl⸗ feile Preis reizten ihn und er zog dort ein. Man kannte ihn daſelbſt unter dem Namen Herr Marius.

Einige der alten Generale oder der alten Kameraden ſeines Vaters hatten ihn eingeladen, ſie zu beſuchen, als ſie ihn kennen lernten. Marius lehnte es nicht ab. Es waren Veranlaſſungen, von ſeinem Vater zu ſprechen. So ging er von Zeit zu Zeit zu den Grafen Pajol, zu dem General

Die Elenden. V. 1