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zulegen. Er ging nie ohne ein Buch unter dem Arme aus und oft kam er mit zweien zurück. Die einzige Verzierung der vier Zimmer des Erdgeſchoſſes, welche mit einem kleinen Garten ſeine Wohnung bildeten, waren eingerahmte Her⸗ barien und Kupferſtiche alter Meiſter. Der Anblick eines Säbels oder eines Gewehres machte ihn erſtarren. In ſeinem Leben war er keiner Kanone zu nahe gekommen, ſelbſt nicht in dem Palaſt der Invaliden. Er hatte einen leidlichen Magen; einen Bruder, der Pfarrer war; ganz weiße Haare, keine Zähne weder im Munde, noch im Geiſte; ein Zittern im ganzen Körper, picardiſchen Accent, länd⸗ liches Lachen und das Ausſehen eines alten Schöpſes. Dabei hatte er keine andere Freundſchaft oder keine andere Beziehung unter den Lebenden, als einen alten Buchhändler der Porte St. Jacques, Namens Royol. Sein Traum be⸗ ſtand darin, den Indigo in Frankreich zu naturaliſiven. Auch ſeine Magd war die Idee der Unſchuld. Das arme alte Weib war Jungfrau. Sultan, ihr Kater, hatte ihr ganzes Herz erfüllt und genügte für die Summe der Leiden⸗ ſchaft, die in ihr lag. Keiner ihrer Träume war jemals bis zu einem Manne gegangen. Nie hatte ſie über ihre Katze hinauskommen können. Gleich dieſer hatte ſie einen Bart. Ihren Ruhm ſetzte ſie in ihre ſtets ſchneeweiße Haube. Ihre Zeit brachte ſie am Sonntag nach der Meſſe damit hin, ihr Leinenzeug in ihrer Kiſte zu zählen und auf ihrem Bett ihre Kleiderſtoffe auszubreiten, die ſie kaufte und nie machen ließ. Sie konnte leſen; Herr Mabeuf hatte ihr den Beinamen die Mutter Plutarch gegeben.
Herr Mabeuf hatte an Marius Wohlgefallen gefunden, weil Marius, der jung und ſanft war, ſein Alter erwärmte, ohne ſeine Schüchternheit zu verletzen. Die Jugend mit Sanftmuth gepaart macht auf die Greiſe die Wirkung der Sonne ohne Wind. Wenn Marius ſich mit militairiſchem


