Teil eines Werkes 
3. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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UMI. Marius wächſt.

Um dieſe Zeit war Marius zwanzig Jahre alt. Seit drei Jahren hatte er ſeinen Großvater verlaſſen. Man war von beiden Seiten auf demſelben Fuß geblieben, ohne An⸗ näherung und ohne Verſuch, ſich wieder zu ſehen. Sich wieder zu ſehen, wozu wäre das übrigens gut geweſen? Um ſich an einander zu reiben? Wer würde gegen den Andern Recht behalten haben? Marius war das eherne Gefäß, aber der Vater Gillenormand war der eiſerne Topf. Geſtehen wir, daß Marius ſich in dem Herzen ſeines Groß⸗ vaters geirrt hatte. Er bildete ſich ein, Herr Gillenormand hätte ihn nie geliebt und dieſer rauhe, kalte, lachende Alte, der fluchte, ſchrie, ſtürmte und den Stock gegen ihn erhob, hege für ihn höchſtens jene zugleich leichtfertige und ſtrenge Zuneigung der Polterer im Luſtſpiel. Marius täuſchte ſich. Es giebt Väter, die ihre Kinder nicht lieben, aber es exiſtirt kein Großvater, der ſeine Enkel nicht anbetet. Im Grunde betete Herr Gillenormand, wie wir bereits erwähnten, Marius an. Er that dies auf ſeine Weiſe mit Accompag⸗ nements von Zänkereien und ſelbſt von Püffen. Allein als das Kind verſchwunden war, fühlte er in ſeinem Herzen eine ſchwarze Leere. Er verlangte, daß man nicht mehr von ihm ſprechen ſollte und beklagte dabei doch leiſe, daß man ihm ſo gut gehorchte. Während der erſten Zeit hoffte er, daß der Buonapartiſt, der Jacobiner, der Terroriſt, der Septembriſeur zurückkommen würde, aber die Wochen ver⸗ gingen, die Monate vergingen, die Jahre vergingen, zur