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Nachgiebigkeit erſchienen ſein würde, kam ihm als eine Ge⸗ meinheit vor, und richtete er ſich ſtolz empor. Er wagte nichts, da er nicht zurückweichen mochte. Auf ſeinem Geſicht trug er eine Art ſtrenger Schamröthe. Er war ſchüchtern bis zum Abſtoßenden.
Bei allen ſeinen Prüfungen fühlte er ſich ermuthigt, und zuweilen ſelbſt getragen durch eine geheime Kraft, die in ihm lag. Die Seele unterſtützt den Körper und hebt ihn in gewiſſen Augenblicken empor. Sie iſt der einzige Nagel, der ſeinen Käfig trägt.
Neben dem Namen ſeines Vaters war in Marius Herz noch ein anderer Name gegraben: der Name Thénardier. In ſeiner enthuſiaſtiſchen und ernſten Natur umgab Marius mit einer Art von Heiligenſchein den Mann, dem er ſeinem Glauben nach das Leben ſeines Vaters verdankte, jenem unerſchrockenen Serganten, der den Oberſten mitten unter dem Hagel der Kanonen⸗ und der Musketenkugeln von Water⸗ loo gerettet hatte. Er trennte das Andenken an dieſen Menſchen nie von dem Andenken an ſeinen Vater, und widmete beiden ſeine Verehrung. Es war eine Art von Cultus in zwei Abſtufungen: der Hochaltar für den Oberſten, der Nebenaltar für Thénardier. Was die Rührung ſeiner Dankbarkeit verdoppelte, war der Gedanke an das Unglück, dem Thénardier, wie er wußte, verfallen war. Marius hatte in Montfermeil die Verarmung und den Banquerott des unglücklichen Kneipenwirths erfahren. Seitdem hatte er unerhörte Anſtrengungen gemacht, um Thénardier's Spur aufzufinden und in den dunklen Abgrund des Elends, in welchem er verſchwunden war, zu ihm zu gelangen. Marius hatte das ganze Land durchſucht; er war nach Chelles, Bondy, Gournay, Negent, Lagny gegangen. Drei Jahre lang beharrte er bei dieſen Nachforſchungen, und gab für die⸗ ſelben das wenige Geld aus, das er erſparte. Niemand hatte ihm etwas über Théuardier zu ſagen vermocht; man
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