Teil eines Werkes 
3. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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nung, Koſt und Bedienung. Seine Kleidung koſtete ihm hundert Francs, ſeine Wäſche funfzig Francs und das Waſchen derſelben ebenfalls funfzig Francs; Alles zuſammen überſchritt daher nicht ſechshundert funfzig Francs. Es blieben ihm folglich funfzig Francs. Er war reich. Ge⸗ legentlich kounte er einem Freunde zehn Francs borgen. Courfeyrac lieh ſogar einmal von ihm ſechszig Francs. Was die Heizung betrifft, ſo hatte Marius ſie„vereinfacht,“ da er keinen Kamin beſaß.

Marius hatte jederzeit zwei vollſtändige Anzüge, einen alten für alle Tage und einen neuen für gewiſſe Gelegen⸗ heiten. Beide Anzüge waren ſchwarz. Er hatte nur drei Hemden, eins am Leibe, das andere in der Kommode und das dritte bei der Wäſcherin. Er kaufte ſich neue in dem Maße, wie die alten ſich abnutzten. Gewöhnlich waren ſie zerriſſen, weshalb er ſeinen Rock bis zum Kinn zuknöpfte.

Es hatte hehrerer Jahre gedauert, bis daß Marius in dieſem blühenden Zuſtand kam. Harte Jahre, ſchwieriger die einen, um durchzukommen, die andern, um in die Höhe zu kommen. Marius hatte den Muth nicht einen einzigen Tag verloren. Er hatte ſich Allem unterworfen in Beziehung auf Entbehrungen; er hatte Alles angefangen, nur keine Schulden gemacht. Er gab ſich ſelbſt das Zeugniß, daß er nie irgend Jemand einen Sou ſchuldig geweſen war. Für ihn war eine Schuld der Anfang der Sclaverei. Er ſagte ſich ſogar, daß ein Gläubiger ſchlimmer iſt, als ein Herr, denn der Herr beſitzt nur die Perſon, ein Gläubiger aber beſitzt auch die Ehre ſeines Schuldners und kann dieſe ſchmähen. Lieber aß er nicht, als daß er borgte. Er hatte viele Faſtentage. Er fühlte, daß die Extreme ſich berühren und daß, wenn man ſich nicht vorſieht, das Sinken des Vermögenszuſtandes zu dem Sinken der Seele führen kann, Er wachte daher eiferſüchtig über ſeinen Stolz. Manches Wort, jeder Schritt, der ihm in jeder andern Lage als eine

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