Teil eines Werkes 
3. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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das ſiebenhundert Francs ein. Davon lebte er. Wie? Nicht ſchlecht. Wir wollen es beſchreiben.

Marius bewohnte in der Baracke Gorbeau für den jährlichen Preis von dreißig Francs ein Loch ohne Kamin, welches Kabinet genannt wurde, und das nur mit den aller⸗ unentbehrlichſten Möbeln verſehen war. Dieſe Möbel ge⸗ hörten ihm. Er gab der alten Hauptmietherin monatlich 3 Francs dafür, daß ſie ſeine Kammer reinigte, und ihm jeden Morgen ein wenig warmes Waſſer, ein friſches Ei und ein Brödchen für einen Sou brachte. Dieſes Bröd⸗ chen und dieſes Ei bildeten ſein Frühſtück. Der Preis des Frühſtücks wechſelte, je nachdem die Eier wohlfeiler oder theurer waren, zwiſchen zwei und vier Sous. Um ſechs Uhr Abends ging er nach der Rue St. Jacques um bei Rouſſeau zu eſſen. Er aß keine Suppe. Er nahm eine Portion Fleiſch für ſechs Sous, eine halbe Portion Ge⸗ müſe für drei Sous und ein Deſſert für drei Sous. Dann wieder für drei Sous Brod nach Belieben. Was den Wein betrifft, ſo trank er Waſſer. Indem er in dem Comptoir bezahlte, in welchem majeſtätiſch Madame Roſſeau thronte, die damals ſchon wohlbeleibt und noch friſch war, gab er dem Garcon einen Sou, und Madame Roſſeau ſchenkte ihm dafür ein Lächeln. Darauf ging er. Für ſechszehn Sous bekam er ſo ein Mittageſſen und ein Lächeln.

Dieſer Speiſewirth Rouſſeau, bei dem man ſo wenige Flaſchen und ſo viele Caraffen leerte, hatte einen ſchönen Beinamen; er hieß Rouſſeau, der Waſſermann.

Alſo Frühſtück vier Sous, Mittageſſen ſechszehn Sous, koſtete ſeine Nahrung Marius täglich zwanzig Sous, was

zährlich drei hundert fünfundſechzig Francs betrug. Dem rechne

man die dreißig Francs und die ſechsunddreißig Francs für die alte Aufwärterin, ſowie einige kleine Ausgaben hinzu,

ſo hatte Marius für vierhundert und funfzig Woh⸗ Die Elenden. v.