27
. Spotten, herrſchen.
Grenzen hat Paris nicht. Keine Stadt hat dieſe Herr⸗ ſchaft ausgeübt, welche zuweilen die ſchimpflich behandelt, die es unterjocht. Paris macht mehr als die Mode, es macht den Gebrauch. Paris kann einfältig ſein, wenn es ihm gut dünkt; es gewöhnt ſich zuweilen an dieſen Luxus; dann iſt die ganze Welt mit ihm einfältig. Dann erwacht Paris plötzlich, reibt ſich die Augen, ſagt: Bin ich einfältig; und bricht im Angeſicht des Menſchengeſchlechtes in lautes Ge⸗ lächter aus. Welch' ein Wunder iſt eine ſolche Stadt! Auf⸗ fallend, daß etwas ſo Großartiges und ſo niedrig Komiſches gute Nachbarſchaft hält, daß dieſe ganze Majeſtät nicht ge⸗ ſtört wird durch dieſe ganze Verſpottung und daß derſelbe Mund heute in die Poſaune des letzten Gerichts und morgen in die Pickelpfeife blaſen kann. Paris beſitzt eine beherrſchende Heiterkeit. Seine Luſtigkeit iſt der Blitz und ſeine Poſſe hält den Scepter. Sein Sturm bricht zuweilen aus dem Geſichterſchneiden hervor. Seine Ausbrüche, ſeine Arbeiten, ſeine Meiſterwerke, ſeine Wunder gehen bis an das Ende der Welt, und ſein Geſchwätz ebenfalls. Sein Gelächter iſt der Krater eines Vulkans, der die ganze Erde beſprudelt. Seine Poſſen ſind Flammen. Er zwingt den Völkern ebenſo gut ſeine Karikaturen, wie ſeine Ideale auf. Es iſt erhaben; es hat einen wunderbaren 14. Juli, der den Weltball frei macht; ſeine Nacht des 4. Anguſt vernichtet binnen drei Stunden tauſendjährige Lehnsherrlichkeit; es macht aus ſeiner Logik die Kraft des allgemeinen Willens; es vervielfältigt


