Teil eines Werkes 
3. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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fügte ſich Rom unter Sylla wie unter Domitian darin, Waſſer in ſeinen Wein zu gießen. Die Tiber war eine Lethe, wenn man dem etwas doctrinären Lobe glauben darf, welches Varus Vibiscus erzählte. Contra Gracchos Tiberim habemus. Bibere Tiberim, id est seditionem oblivisci*) Paris trinkt täglich eine Million Litre Waſſer, das hindert es aber nicht, gelegentlich Generalmarſch zu ſchlagen und die Sturmglocke zu ziehen.

So weit iſt Paris ein guter Junge. Es nimmt könig⸗ lich Alles an. Es iſt nicht ſchwierig in Beziehung auf Venus; ſeine Callipyge iſt Hottentotin; kann es nur lachen, ſo amneſtirt es; die Häßlichkeit erheitert es, die Mißgeſtalt reizt ſein Zwerchfell, das Laſter zerſtreut es; man ſei ſchel⸗ miſch und man darf ein Schelm ſein; ſelbſt die Heuchelei, dieſer höchſte Cynismus, empört es nicht. Kein Zug des univerſellen Geſichtes mangelt dem Profil von Paris.

Paris iſt gleichbedeutend mit Kosmos. Paris iſt Athen, Rom, Sybaris, Jeruſalem, Pantin. Alle Civiliſationen be⸗ finden ſich hier abgekürzt, und ebenſo auch alle Barbarei. Paris würde ſehr bös ſein, nicht eine Guillotine zu haben.

Ein wenig Gröveplatz iſt gut. Was wäre das ganze ewige Feſt ohne dieſe Würze? Die Geſetze haben dieſes weiſe vorgeſehen, und Dank ihnen träufelt dieſe Schneide⸗ maſchine auf den Faſtnachtsdienſtag herab.

*) Gegen die Gracchen haben wir die Tiber. Die Tiber trinken, heißt die Verführung vergeſſen.