Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Nägeln, die dazu beſtimmt waren, die Kniebänder daran aufzuhängen, war dieſe Mauer mit einem royaliſtiſchen Geldpapier von 1793 geſchmückt, das über dem Kamin angeklebt war.

Dieſe Vandéeiſche Aſignate hatte der frühere Gärtner angellebt, ein ehemaliger Chouan, der in dem Kloſter ge⸗ ſtorben und an deſſen Stelle Fauchelevent gekommen war.

Jean Valjean arbeitete täglich in dem Garten und machte ſich dadurch ſehr nützlich. Wie man weiß, war er früher Baumputzer geweſen und gern wurde er Gärtner.

Man erinnert ſich, daß er alle Arten von Mitteln und Geheimniſſen der Gartencultur kannte. Er zog daraus jetzt Vortheil. Beinahe alle Bäume des Obſtgartens waren wild; er veredelte ſie und ſie gaben vortreffliche Früchte.

Coſette hatte die Erlaubniß, täglich eine Stunde bei ihm zuzubringen. Da die Schweſtern traurig waren und er gut, verglich das Kind Beide miteinander und betete ihn an. Zu der beſtimmten Stunde lief ſie nach ſeiner Hütte. Wenn ſie in das Häuschen trat, machte ſie es zum Para⸗ dieſe. Jean Valjean lebte neu auf und fühlte ſein Glück durch das Glück wachſen, welches er Coſette gewährte. Die Freude, welche wir verurſachen, hat das Bezaubernde, daß ſie noch ſtrahlend auf uns zurückfällt. In den Spielſtunden ſah Jean Valjean ſie von fern ſpielen und laufen und konnte ihr Lachen von dem aller Andern unterſcheiden.

Denn jetzt lachte Coſette.

Ihr Geſicht hatte ſich ſelbſt bis zu einem gewiſſen Punkte verändert. Das Finſtere war daraus verſchwunden. Das Lachen iſt die Sonne; es verjagt den Winter des menſchlichen Geſichts.

Wenn die Spielſtunden zu Ende waren und Coſette in das Penſionat zurückkehrte, betrachtete Jean Valjean die Fenſter ihrer Klaſſe, und Nachts ſtand er auf, um nach den Fenſtern ihres Schlafſaales zu ſehen.