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IV. Schluß.
Coſette fuhr im Kloſter fort zu ſchweigen.
Coſette hielt ſich ganz natürlich für die Tochter Jean Valjeans. Da ſie nichts wußte, konnte ſie übrigens auch nichts ſagen, und auf alle Fälle würde ſie dennoch nichts geſagt haben. Wir erwähnten bereits, daß nichts die Kin⸗ der ſo ſehr zum Schweigen bringt als das Unglück. Coſette hatte ſo viel gelitten, daß ſie Alles fürchtete, ſelbſt zu ſprechen, ſelbſt zu athmen. Ein einziges Wort hatte ihr ſo oft eine Lawine von Schnee zugezogen! Kaum begann ſie ſich zu beruhigen, ſeitdem ſie bei Jean Valjean war. Sie gewöhnte ſich ziemlich ſchnell an das Kloſter; nur be⸗ klagte ſie Catharina, aber ſie wagte es nicht zu ſagen. Einmal indeß äußerte ſie gegen Jean Valjean:
„Vater, hätte ich es gewußt, ſo hätte ich ſie mitge⸗ nommen.“
Indem Coſette Penſionairin des Kloſters wurde, mußte ſie die Kleidung des Hauſes annehmen. Jean Valjean er⸗ langte, das man ihm die Kleider gab, die ſie ablegte. Es waren eben jene Trauerkleider, die er ihr nach der Kneipe Thenardiers mitbrachte. Noch waren ſie nicht ſehr abge⸗ nutzt. Jean Valjean ſchloß dieſe Sachen, ſowie die Wollen⸗ ſtrümpfe und die Schuhe mit einer Menge Campher in ein kleines Käſtchen, das er ſich zu verſchaffen wußte. Das Käſtchen ſtellte er auf einen Stuhl neben ſeinem Bett und den Schlüſſel dazu trug er beſtändig bei ſich.„Vater“, fragte ihn eines Tages Coſette,„was iſt denn in dem Käſtchen, das ſo gut riecht?“


