Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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In der Ferne hörte man einen kreiſchenden Ton. Es war das Kirchhofgitter, welches geſchloſſen wurde.

Fauchelevent beugte ſich über Jean Valjean und plötz⸗ lich machte er einen Satz und wich ſo weit zurück, wie dies in einem Grabe möglich iſt. Jean Valjean hatte die Augen geöffnet und ſah ihn an. Einen Todten zu ſehen iſt fürch⸗ terlich; eine Wiederauferſtehung iſt es beinahe eben ſo ſehr. Fauchelevent war wie verſteinert, todtenbleich, außer ſich, verwirrt im Uebermaß der Aufregung; er wußte nicht, ob er es mit einem Lebenden oder einem Todten zu thun hatte, und ſah Jean Valjean an, der ihn anſtarrte.

Ich ſchlief ein, ſagte Jean Valjean.

Er ſetzte ſich aufrecht.

Fauchelevent ſank auf die Knie.

Gerechte, heilige Jungfrau! Haben Sie mir Furcht gemacht! Dann ſtand er auf und rief:

Ich danke Ihnen, Vater Madeleine.

Jean Valjean war nur ohnmächtig geweſen. Die friſche Luft hatte ihn erweckt.

Die Freude iſt der Rückſchlag des Schreckens. Fauche⸗ levent war es beinahe eben ſo ſchwer, wieder zu ſich zu kommen, wie Jean Valjean.

Sie ſind alſo nicht todt? O, Sie leben! Ich habe Sie ſo laut gerufen, daß Sie zurückgekehrt ſind. Als ich Ihre geſchloſſenen Augen ſah, ſagte ich zu mir: Schön, er iſt erſtickt! Ich wäre wüthend toll geworden, toll für die Zwangsjacke. Man hätte mich nach Bicétre gebracht. Was ſollte ich dann machen, wenn Sie todt ge⸗ weſen wären? Und Ihre Kleine? Die Fruchthändlerin hätte nichts davon begriffen. Man bringt ihr ein Kind über den Hals und der Großvater ſtirbt! Was für eine Geſchichte! Ihr guten Heiligen des Paradieſes, was für eine Geſchichte! Doch Sie leben und das iſt das Ende von der Sache.

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