Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Ihr habt, wenn Ihr die Beine in die Hand nehmt, noch ſo viel Zeit, ſogleich hinauszukommen.

Das iſt richtig.

Seid Ihr außerhalb des Gitters, ſo galoppirt Ihr nach Hauſe, nehmt Eure Karte, kehrt zurück und der Pfört⸗ ner öffnet Euch, habt Ihr Eure Karte, ſo habt Ihr nichts zu bezahlen; Ihr ſchaufelt dann Eure Todte ein. Ich will ſie Euch bis dahin bewachen, damit ſie nicht davon läuft.

Ich verdanke Euch das Leben, Bauer.

Macht Euch nur ſchnell davon, ſagte Fauchelevent.

Der Todtengräber, der außer ſich von Dankbarkeit war, ſchüttelte ihm die Hand und ſetzte ſich in vollem Lauf.

Als der Todtengräber verſchwunden war, lauſchte er, bis er ſeine Schritte nicht mehr hörte, beugte ſich dann nieder zu dem Grab und rief mit leiſer Stimme:

Vater Madeleine!

Keine Antwort.

Fauchelevent empfand ein Fröſteln. Er ließ ſich in das Grab hinabgleiten, legte ſich auf den Sarg und rief an dem Kopfende deſſelben:

Seid Ihr da?

Tiefes Schweigen in dem Sarge.

Fauchelevent athmete nicht mehr, ſo ſehr zitterte er, er nahm ſeinen Hammer und ſeine Feile und ſprengte das

obere Brett ab. In der Dämmerung zeigte ſich das Ge⸗ ſicht Jean Valjeans leichenblaß und mit geſchloſſenen Augen. Fauchelevents Haare ſträubten ſich. Er richtete ſich auf und ſank dann gegen die Seitenwände des Grabes, nahe daran, in den Sarg hinabzuſtürzen. Er ſtarrte Jean Valjean an.

Jean Valjean lag da, bleich und regungslos.

Fauchelevent murmelte mit einer Stimme ſo leiſe wie ein bloßer Hauch:

Er iſt todt!

M