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Indeß hörte er mitten in der Träumerei, in die er verſunken war, von Zeit zu Zeit ein eigenthümliches Ge⸗ räuſch. Es ſchienen Glöckchen zu ſein, die man rührte. Das Geräuſch ertönte in dem Garten. Man hörte es deut⸗ lich, obgleich nur ſchwach. Es glich dem melodiſchen Klange, den die Glocken der Thiere verurſachen, wenn ſie in der Nacht weiden.
Das Geräuſch machte, daß Jean Valjean ſich um⸗ wendete.
Er blickte in den Garten hinein und ſah, daß Jemand in demſelben ſich befand.
Ein Weſen, das einem Menſchen glich, der zwiſchen den Glasglocken der Melonenbeete hinging, richtete ſich auf, bückte ſich, blieb ſtehen und hatte dabei regelmäßige Bewe⸗ gungen, als ob er etwas am Boden nachſchleppte oder hörte. Dieſes Weſen ſchien zu hinken.
Jean Valjean erbebte mit dem fortwährenden Zittern der Unglücklichen. Jedes Licht iſt feindlich oder verdächtig. Sie mißtrauen dem Tage, weil er dazu Beiſtand leiſtet, ſie zu ſehen, der Nacht, weil ſie Hülfe leiſtet, ſie zu überfallen. Kurz zuvor zitterte er darüber, daß der Garten verödet war, jetzt erbebte er darüber, daß ſich Jemand darin befand.—
Er gerieth aus dem eingebildeten Schrecken in den wirk⸗ lichen. Er ſagte ſich, daß Javert und ſeine Polizeidiener vielleicht nicht fortgegangen wären, daß ſie ohne Zweifel auf der Straße Leute als Beobachter zurückgelaſſen hatten, und daß dieſer Menſch, wenn er ihn entdeckte,„Diebe! Diebe!“ rufen und ihn ausliefern würde.
Sanft nahm er die ſchlafende Coſette in ſeine Arme und trug ſie hinter einen Haufen alter unbrauchbar gewor⸗ dener Möbel in die entfernteſte Ecke des Schuppens. Coſette rührte ſich nicht.
Von hier beobachtete er das Benehmen des Weſens


